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Haltbarkeitsende: Werden tausende Dosen Impfstoff einfach weggeschmissen?

Das gibt es doch nicht! Erst wird zu wenig produziert und bestellt, das Land giert nach Impfstoff. Und jetzt müssen wohl zigtausende Dosen entsorgt werden.

Corona-Vakzin Astrazeneca
Hergestellt, exportiert und eingelagert, um dann weggeschmissen zu werden: Impfstoff von Astrazeneca Foto: IMAGO / Leonhard Simon

Astrazeneca: Toxische Historie

Es ist schon der Wurm drin in Astrazeneca. Natürlich nicht wortwörtlich – die Suppe passt schon, um wirkungsvoll gegen das Coronavirus und damit eine Covid-19-Erkrankung vorzubeugen, ob nun doppelt oder als Cross-Vakzination.

Aber die Historie des Impfstoffs ist nicht dazu angetan, Impfwillige in Scharen anzuziehen, um es vorsichtig auszudrücken. Lieferschwierigkeit, Verdacht tödlicher Nebenwirkung, vor allem aber wohl das Herumgeeiere beim Festlegen der Zielgruppe (erst nur für Ältere, dann für alle, anschließend komplett gestoppt und nun hauptsächlich für Jüngere) haben dem Zuspruch des Vakzins massiv geschadet.

NRW hat zuviel Impfstoff

Nachdem zumindest die Lieferschwierigkeiten beseitigt werden konnten, ist nun genug Astrazeneca-Impfstoff vorhanden, so viel tatsächlich, dass dies in Kombination mit der einsetzenden Impfmüdigkeit zu einem neuen Problem führt: Es ist nun zu viel Impfstoff vorhanden.

In einem ersten Schritt sei deswegen jetzt in Nordrhein-Westfalen geplant, die Reserve im Landeslager bis Ende Juli um bis zu 20.000 auf dann etwa 900.000 Dosen zu verringern, wie eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur an das Gesundheitsministerium ergab.

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Dritt-Impfungen werden kommen

Die Haltbarkeit von etwa 2.000 Impfdosen laufe zum Ende des Monats, also dem 31. Jui 2021 ab, am 31. August werden weitere 6.000 fällig. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sagt, er werde die Bestände prüfen lassen, um die Vernichtung von bestehendem Impfstoff möglichst zu verhindern.

Es gibt noch etwa 100.000 Astrazeneca-Fläschchen, mit denen bis zu eine Million Impfspritzen bestückt werden können, die Ende Oktober 2021 ablaufen. Laumann sieht auch hier kein Problem, denn: "Die Dritt-Impfungen werden ja kommen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche."