Sprecce Deutsh? Alarmierende Studie: Deutsche Grundschüler können nicht mehr richtig schreiben

Michael | Männersache 20.02.2018
Rächtsschaipung
© iStock / Lamaip

Eigentlich haben Schulen ja die Aufgabe, Wissen zu vermitteln. Für Grundschulen scheint das nur noch partiell  zuzutreffen. Für Deutsch – unsere Muttersprache –  gelten offensichtlich neue Regeln. Da daav mann mietlerwaihle schreipn wie marn wiell!

Das sogenannte "Schreiben lernen nach Gehör" wurde schon in den 20er Jahren von einem gewissen Gustav Nagel propagiert, ein Frühzeit-Hippie, der vollkommen zu Recht in komplette Vergessenheit geraten ist.

Ein Revival  dieser üblen Herangehensweise hat vor einigen Jahren unter anderem der Schweizer Reformpädagoge Jürgen Reichen angestoßen. Sein Mantra lautete "Kinder lernen umso mehr, je weniger sie belehrt werden". Nun sollte man, Pestalozzi eingedenk, davon ausgehen, dass die Kombination aus Schweiz und Reformpädagogik eigentlich zum Wohle der Gesellschaft ausfällt.

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In diesem Fall tritt jedoch genau das ein, was sich jeder denken kann, der nicht völlig vor den Schrank gelaufen ist: Die Kinder, die in der Grundschule mit Anlauttabelle und Schreiben nach Gehör verpeilt wurden, haben später deutlich größere Mühen, korrektes Deutsch nach der geltenden Rechtschreibung einzuhalten.

Wer hätte das gedacht? Antwort: der gesamte deutsche Sprachraum! Der gesamte? Nein, ein kleines Dorf, vollgestopft mit weltfremden Reformpädagogen, leistet erbitterten Widerstand.

Oder heißt es mittlerweile Wiehdärschtant? Man ist sich langsam nicht mehr sicher. Wenn dieser Trend anhält, darf man in fünf Jahren "Feuerwehr" wahrscheinlich mit Esszett schreiben.

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Und wie schlimm ist es genau? Hier ein paar Zahlen: 2012 machten Grundschüler mehr als doppelt so viele Rechtschreibfehler wie noch 1972. 2016 erreichten nur etwas mehr als die Hälfte der Viertklässler den Regelstandard beim Schreiben.

An der Vergleichsarbeit "Vera 3" nahmen 24.000 Berliner Grundschüler teil, etwa drei Viertel erreichten die Regelstandards im Bereich Rechtschreibung nicht. Die Hälfte der gleichen Gruppe kam nicht an die Mindestanforderungen heran.

Nur fünf Prozent erreichten den "Optimalstandard", 40 Prozent liegen auf der untersten Stufe. Für Kinder mit Migrationshintergrund sieht es noch düsterer aus.

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Harald Marteinstein, Kolumnist bei der "Zeit" hat sich ebenfalls Gedanken zum Thema gemacht. Er meint, es sollte schon noch ein paar Berufsgruppen geben, denen auf althergebrachte Weise Lesen und Schreiben beigebracht wird. Ärzte, Lokführer oder auch Piloten. Dazu schlägt er ein Experiment vor:

"Man soll aber auch ein paar Piloten, Lokführer und Ärzte zulassen, die ohne Erfolgsdruck und mit viel Freude die Rächtschraibung erlernt haben, in diesen Flugzeugen und Zügen müssen dann die deutschen Bildungsreformer reisen (…) Stürzt das Flugzeug ab, dann soll der Pilot sich kurz in der Tür zeigen und sagen: 'Der Flug ist nicht perfekt verlaufen. Aber ich war mit viel Freude bei der Sache.'"

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Das ganze Chaos ist mittlerweile so vorangeschritten, dass die ersten legasthinierten Lehramtsstudenten auf ihre Schulklassen treffen. Wobei man sich auch fragen darf, ja, geradezu muss, wie besagte Studenten überhaupt durch Abitur und Studium durchgekommen sind.

Und so müssen Universitäten im Jahr 2018 gezielt Projekte anbieten, bei denen die Sprachkompetenzen von Lehramtsstudenten verbessert werden.

Das Versagen der deutschen Bildungspolitik scheint flächendeckend.


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Den kompletten Artikel von Harald Martenstein zum Thema gibt es hier: http://www.zeit.de/2011/48/Martenstein

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