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Großer Wahlerfolg für Adolf Hitler

Na also, geht doch. Selbst Ober-Nazi Adolf Hitler begreift irgendwann die Spielregeln der Demokratie und lässt sich ganz regulär vom Volk wählen - oder liegt der Fall doch ganz anders? Wir klären auf.

Adolf Hitler Uunona vor der namibischen Nationalflagge
Der namibische Politiker Adolf Hitler Uunona Foto: iStock / Anastasiia_M / Wahlkommission Namibia (Collage Männersache)

Adolf Hitler lebt

Falls das noch nicht bekannt ist: Adolf Hitler lebt, er ist 54 Jahre alt und Politiker. Im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika, das seit 1968 Namibia heißt, hat er gerade in seinem Wahlkreis eine Zustimmung von 84,88 Prozent zu seinen politischen Konzepten erzeilt.

Mit vollem Namen heißt der Mann übrigens Adolf Hitler Uunona, ist aktiv als Lokalpolitiker im Distrikt Ompundja, Region Oshana im Norden Namibias und alles andere als ein Nationalsozialist. Er war im Gegenteil schon zu Beginn seiner Laufbahn überzeugter Anti-Apartheidskämpfer.

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Keine Weltherrschaftspläne

Und warum, um Himmels Willen, trägt er dann einen solch vorbelasteten Namen? Hitler geht damit so gut um, wie es die Realität zulässt und erklärt mit einem Augenzwinkern: "Dass ich diesen Namen habe, heißt nicht, dass ich Oshana jetzt unterwerfen will. Es heißt nicht, dass ich nach der Weltherrschaft strebe."

Ernst fährt er dann fort: "Mein Vater benannte mich nach diesem Mann. Er hat wahrscheinlich gar nicht verstanden, wofür Adolf Hitler stand. Für mich war das als Kind ein ganz normaler Name. Erst als Heranwachsender begriff ich: Dieser Mann wollte die ganze Welt unterwerfen. Ich habe mit all diesen Dingen nichts zu tun."

Deutsches Kolonial-Erbe

Weil Namibia seit den Zeiten Kaiser Willhelms II. (genauer: von 1884 bis 1918) eine deutsche Kolonie war, ist der Name Adolf auch im späteren Namibia durchaus nicht ungewöhnlich. Uunona will und kann ihn wohl auch nicht mehr ändern: "Er steht in allen offiziellen Dokumenten. Dafür ist es zu spät." Bei Wahlkampfveranstaltungen tritt er jedoch stets als Adolf Uunon auf.

Der Einfluss einer deutschen Vergangenheit ist auch heute noch deutlich spürbar. So gibt es eine deutschsprachige Zeitung, diverse deutsche Radiosender, deutsche Ortsnamen wie zum Beispiel Mariental, Helmeringhausen oder Lüderitz. Die aktuell regierende Swapo-Partei hat ihren Hauptsitz in der Hans-Dietrich-Genscher-Straße. Auch eine kleine deutschsprachige Minderheit existiert noch.