Die dunklen Chroniken 2018 Die Grippe-Akte: Wie viele Menschen starben wirklich an der Grippe?

Welt der Wunder 08.02.2019

Es ist die verheerendste Epidemie der vergangenen 17 Jahre. Doch erst als sich die Grippewelle Anfang März 2018 in Deutschland abschwächt, wird ihr Ausmaß deutlich: Neun Millionen influenzabedingte Arztbesuche zählt das Robert-Koch-Institut.

Grippewelle
Die Grippe-Akte: Wie viele Menschen starben wirklich an der Grippe? Foto:  iStock / AntonioGuillem / Rost-9D (Collage Männersache)

Offiziell sterben 1287 Patienten unmittelbar durch Influenza-Viren. Ein alarmierender Anstieg von 78 Prozent im Vergleich zur Grippe-Saison 2016/17, die "nur" 723 Tote fordert. Was in den Nachrichten verschwiegen wird: Experten schätzen die Opferzahlen sogar noch wesentlich höher ein.

 

Die verheerendste Grippe-Epidemie seit 17 Jahren

"Ich persönlich gehe von mindestens 12 000 Grippe-Toten in der Saison 2017/18 aus, also von einer zehnmal höheren Dunkelziffer", sagt Prof. Dr. Christoph Lübbert, Leiter des Fachbereiches Infektions- und Tropenmedizin am Universitätsklinikum Leipzig.

Grund: Nicht jeder Erkrankte sucht einen Arzt auf, und längst nicht jeder Todesfall wird im Labor auf Influenza-Viren untersucht. Aber wie kommt es überhaupt zu einer derart tödlichen Epidemie?

Was kaum jemand weiß: Selbst eine Grippe-Impfung bietet bei der Grippewelle im Winter 2017/2018 keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Ansteckung. Grund: "Die meisten Patienten hatten einen Dreifach-Impfstoff erhalten, der gegen die vorherrschende Grippevirus-Variante nur einen geringen Schutz bieten konnte.

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Für zwei Drittel der Erkrankungen war die Yamagata-Linie des Influenza-B-Virus verantwortlich; diese war aber im Impfstoff nicht enthalten, und laut Untersuchungen hatte die Impfung deshalb in manchen Risikogruppen nur einen etwa 15-prozentigen Schutz", erklärt Lübbert.

Dennoch rät der Mediziner, sich für die nächste Grippe-Epidemie in diesem Winter impfen zu lassen: "In dieser Grippesaison wird zum ersten Mal allen Patienten der Vierfach-Impfstoff von den Krankenkassen bezahlt. Mit nur einem Piks bekommen Sie den Schutz vor vier verschiedenen Virus-Varianten: H1N1, H3N2 und zwei B-Stämmen.

 

78 Prozent mehr Grippe-Tote in der Saison 2017/2018

Im Vergleich zum letzten Winter verspricht der Vierfach-Impfstoff für dieses Jahr eine Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent!" Dem Argument der Impfgegner, dass die Impfung selber schwere Nebenwirkungen auslösen kann, begegnet der Mediziner mit den neuesten Zahlen aus der Forschung:

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"Nur bei einem von 700 000 bis zu einer Million Impfpatienten kann eine schwere Nebenwirkung, nämlich das sogenannte Guillain-Barré-Syndrom, auftreten. Dabei handelt es sich um eine Nervenentzündung mit Lähmungserscheinungen, die allerdings nicht nur nach Impfungen, sondern auch als Folge von Infektionserkrankungen auftreten kann.

Zum Vergleich: Im letzten Jahr hätten wir laut Aussage der Ständigen Impfkommission bundesweit mindestens 5000 Grippe-Tote weniger gehabt, wenn mehr Menschen geimpft gewesen wären."

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