Der Evergreen Gin Tonic: Der elegant-erfrischende Klassiker

11.10.2017
Partyliebling: Gin Tonic
© iStock/yongyuan

Prickelnd, aromatisch, rein: Der Gin Tonic feiert ein Comeback. Gute Zutaten und das richtige Mischverhältnis sorgen dabei für ein Trinkerlebnis.

Mit einem Gin Tonic in der Hand sieht das Leben gleich irgendwie zivilisierter aus. Das leicht bittere Lieblingsgetränk von Queen Mum galt lange Zeit als angestaubt und langweilig. Bunte Schirmchen? (Hoffentlich) Fehlanzeige. "Sex on the Beach"-mäßige Schenkelklopfer beim Bestellen? Kann dieser Drink leider auch nicht mit dienen. Gerade deshalb ist Gin and Tonic in letzter Zeit aber zum echten Trendsetter aufgestiegen. Im Gegensatz zu tropischen Cocktails wird hier der Alkohol nicht in einem Meer aus Fruchtsaft oder Sahne ertränkt. Gin Tonic bedeutet bewusster Genuss und feine Nuancen.

Gin & Tonic ist ein klassischer Highball-Cocktail. Er besteht also lediglich aus einer Spirituose und einem alkoholfreien Getränk – in diesem Fall Gin (Wacholdergeist) und Tonic Water (chininhaltige Limonade). Bartender-Fähigkeiten à la Tom Cruise und teure Utensilien sind hier glücklicherweise nicht vonnöten. Die Zutaten werden einfach in ein Glas mit Eiswürfeln gefüllt und sachte umgerührt. Ein Stück Schale oder ein kleiner Schnitzer Zitrone oder Limette unterstützen das erfrischende Aroma des Drinks. Je nach verwendetem Gin kommt auch mal eine dünne Scheibe Gurke mit ins Glas.

 

 

Gin-Tonic-Rezept: Original oder originell?

Über das korrekte Mischverhältnis lässt sich diskutieren. Das klassische Grundrezept sieht so aus:

Zutaten:

  • 4 cl Gin
  • 16 cl (160 ml) Tonic Water
  • Eiswürfel
  • 1 – 2 Limetten- oder Zitronenachtel

Füll die Eiswürfel in ein hohes Longdrink-Glas. Gib Gin und Limette beziehungsweise Zitrone hinzu. Das Ganze wird zuletzt mit Tonic Water aufgefüllt.

Je nach Geschmack und gewünschtem Alkoholgehalt lässt sich das Mischverhältnis natürlich variieren. Soll der Wacholdergeist besonders stark in den Vordergrund treten, kann der Drink gar zu gleichen Teilen aus Gin und Tonic Water bestehen. Anpassungen sind auch beim Eis erlaubt. Wer sich beim Trinken gern Zeit lässt, sollte bedenken, dass die schmelzenden Eiswürfel den Gin Tonic stark verwässern. Viele Kenner verzichten ganz auf Eis und stellen dafür lieber das Tonic Water kühl. Eine Alternative sind auch sogenannte „Gin Stones“ aus Granit. Diese wiederverwertbaren, runden oder eckigen Helfer halten den Drink lange kühl, ohne ihn zu verwässern.

 

 

Gin Tonic: Tanz der Aromen

So weit, so simpel. Seine Renaissance verdankt der Gin Tonic aber vor allem einer neugewonnen Komplexität, die für Kenner zur wahren Wissenschaft ausartet. Neben langjährigen Supermarkt-Verkaufsschlagern wie Gordon's Gin und Bombay Sapphire sowie dem Schweppes Indian Tonic Water ist eine Fülle neuer Gin-Tonic-Zutaten auf den Markt gekommen. Kleine Privatbrauereien (etliche auch aus Deutschland) komponieren ausgefallene Spirituosen, die nicht mehr nur auf die Hauptaromen Wacholderbeere und Koriandersamen oder auf Klassiker wie Gurke und Rose setzen. Ihre kunstvoll destillierten Gins schmecken nach Lavendel, Lakritz, Schokolade, Kardamom, Grapefruit, Zimt oder Kamille. Bis zu 100 dieser aromagebenden Botanicals können in einem Gin vereint werden.

 

 

Süß, würzig, bitter: Tonic Water ist der feine Unterschied

Ein erstklassiger Gin verlangt nach einem ebenbürtigen Tonic Water. Die Limonade macht schließlich den Großteil des Endgetränks aus und dominiert deshalb seinen Geschmack. Außerdem gilt es, das jeweilige Aromaprofil des Gins möglichst perfekt zu unterstreichen und zu ergänzen. Parallel zur Fülle neuer Gins sind folgerichtig auch etliche Tonic Waters auf den Markt gekommen. Das klassische Tonic Water besteht aus Wasser, Zucker, Kohlensäure, Zitronensäure, natürlichem Aroma und Chinin, das der Limonade den bitteren Geschmack verleiht. Der Stoff aus der Chinarinde wirkt vorbeugend gegen Malaria. Dieser Umstand machte Gin Tonic unter den britischen Kolonialherren in Indien so populär.

Wie beim Gin gibt es beim Tonic ebenfalls trockene (dry) Varianten. Sie enthalten weniger Zucker und mehr Chinin. Aromatische Gins kommen so besser zur Geltung. Tonics können dem Longdrink aber auch ihren Aroma-Stempel aufdrücken, zum Beispiel mit würzigen/kräuterigen, floralen oder fruchtigen Noten. Welcher Gin besonders gut zu welchem Tonic Water passt, ist für Liebhaber eine angenehme Herausforderung.

 

Garnitur und Glas: Die Feinheiten beim Gin Tonic

Die Garnitur:

Die Engländer bevorzugen Limette im Gin Tonic, in den USA darf es lieber eine Zitrone sein. In auf Gin spezialisierten Bars geht es heutzutage bei der Garnitur oft viel aufwändiger zu. Rosmarinzweige, Fruchtscheiben und Blumen sorgen für einen mitunter richtig spektakulären Auftritt. Botanicals verleihen dem Gin nicht nur während der Destillation Geschmack. Sie können auch beim Servieren für ein spezielles Aroma sorgen. Beliebt sind unter anderem Sternanis, Pfeffer, Wacholderbeeren und Kardamom. Bei all dem gilt es allerdings zu bedenken, dass die Garnitur den Geschmack von Gin und Tonic Water stark beeinflusst. Zudem kann eine aufwändige Garnitur beim Trinken recht hinderlich sein –– und muss in dem Fall ohnehin beiseitegelegt werden.

 

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Das richtige Glas:

Ein hohes Highball- beziehungsweise Longdrink-Glas mit stabilem Boden ist der Evergreen für den Gin Tonic. Die Füllmenge von 240 bis 340 Milliliter bietet genug Platz für 200 ml Gin Tonic im klassischen Mischverhältnis 1:4 plus Eiswürfel. Ein kleinerer Tumbler, auch Whiskeyglas genannt, ist eine gute Wahl, wenn der Gin stärker betont werden soll. Ein Gin Tonic im Mischverhältnis 1:1 oder 1:2 braucht eben weniger Raum. Wachsender Beliebtheit erfreuen sich große, bauchige Gläser mit meist kurzem Stiel und breitem Fuß. Sie bieten viel Platz für aufwändige Garnituren.

 

 

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