Achtung! Gift-Alarm für Mensch & Tier: Warum du jetzt draußen vorsichtig sein solltest

Redaktion Männersache 29.05.2018

Aus diesen Raupen schlüpfen keine hübschen Schmetterlinge. Eichenprozessionsspinner sind die Vorläufer von später harmlosen Nachtfaltern. Aber im Raupenstadium sind die Insekten richtig gefährlich - sowohl für Mensch als auch Tier.

  • Zu finden sind die knapp zwei Zentimeter langen Eichenprozessionsspinner an den Ästen von Eichen.
  • Sie kriechen wie in Prozessionen alle hintereinander her oder umeinander herum.
  • Das deutlichste Zeichen für einen Befall der Eichenprozessionsspinner sind die haarigen Gespinstnester an den Ästen der Bäume, die von weitem an Zuckerwatte erinnern. Von dort aus begeben sich die gefährlichen Raupen auf Nahrungssuche und fressen die Blätter der Bäume ab.
  • Die Prozessionsraupen schlüpfen Anfang Mai und verlaufen bis zu ihrer Verpuppung im Juni/Juli etwa fünf bis sechs Entwicklungsstadien.
  • Ihr Rücken ist samtartig behaart und mit rotbraunen Warzen besetzt, aus denen die langen Haare wachsen.

Achtung: Diese Pflanzen sind giftig für Tiere

 
 

Warum ist diese Raupe für Hund und Mensch gefährlich?

Die feinen Haare des Eichenprozessionsspinners sind extrem giftig, denn sie enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Darum können sie allergische Reaktionen bis hin zum lebensbedrohlichen allergischen Schock auslösen.

➤ Mit kleinen Widerhaken können sich die Härchen in den Schleimhäuten von Mensch und Tier wie etwa Hunden verfangen und so Augenreizungen, Husten, Hautreaktionen, Fieber oder einen Schock auslösen.

➤ Auf der Haut verursacht das Nesselgift des EichenprozessionsspinnersRötungen, Quaddeln und Pusteln - ähnlich wie beim Berühren von Brennnesseln, nur schlimmer. Der Juckreiz ist unerträglich.

➤ In den Atemwegen führen die Gifthärchen zu Entzündungen wie bei einer Bronchitis. Asthmatiker können sogar Anfälle bekommen.

➤ Wenn Härchen ins Auge gelangen, kann es tränen, anschwellen - bis hin zur Hornhautentzündung.

Deshalb: die Raupen nicht berühren, nicht genauer ansehen (Einatmungsgefahr), nicht in der Nähe von befallenen Bäumen auf den Boden setzen!

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So wirkt das Nesselgift auf Hunde und andere Tiere

Auch Hunde und andere Tiere sollten beim Spaziergang in der Natur unbedingt vor einem Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner geschützt werden!

Denn kommen die Schleimhäute von Tieren mit dem Nesselgift Thaumetopoein in Kontakt, kann es schlimmstenfalls zu einem Absterben der betroffenen Bereiche kommen.

Wie schlimm die Auswirkungen sein können, zeigt dieses Beispiel aus einer Tierarztpraxis – dem betroffenen Hund, der nach Kontakt mit der Prozessionsraupe stark speichelt, wurde unter der Narkose das Maul ausgespült – dennoch werden die schwarzen Teile der Zunge wohl absterben.

Nehmen Tiere die Härchen des Eichenprozessionsspinners über die Nahrung auf, kann es außerdem zu Magenschleimhautentzündungen kommen.

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Was tun nach Kontakt mit Eichenprozessionsspinner?

Nach Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner sofort komplett ausziehen, Kleidung waschen und sorgfältig duschen.

Danach trocken föhnen. Nicht abtrocknen, das kann übrige Härchen in die Haut einreiben.

Ist der Hund mit den Raupen in Kontakt gekommen, möglichst schnell zum Tierarzt, damit dieser das Maul fachmännisch und geschützt ausspülen kann!

Was hilft bei Hautausschlag nach Kontakt mit Eichenprozessionsspinner?

Kommt es nach Kontakt mit dem Nesselgift zu Reizungen der Haut, können entzündungshemmende Cremes und Antihistaminika helfen. Bei Atemnot braucht es wahrscheinlich Arzneimittel, die die Atemwege erweitern.

Welche Behandlung notwendig ist, kann der Hausarzt entscheiden.

Eichenprozessionsspinner bekämpfen  - Wo kann ich Raupen-Befall melden?

Auf keinen Fall versuchen, die Raupen selbst zu entfernen! Besser ist es, die Gemeindeverwaltung zu informieren, sie schickt Schädlingsbekämpfer, die das betroffene Areal absperren oder auch mittels Insektiziden die gefährlichen Raupen bekämpfen. Auch das Umwelt- oder Gesundheitsamt kann helfen.

Bitte auch keinesfalls die Gespinste der Raupen mit Flammen oder Wasser bekämpfen – dabei werden die giftigen Haare nur noch stärker aufgewirbelt und verbreitet!

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