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Geschlechterfreie Sprache: Stuttgart will "Damen" und "Herren" abschaffen

Die Stadt Stuttgart geht in Sachen Geschlechterbezeichnung im öffentlichen Raum und in ihrer Korrespondenz radikale Wege.

Stuttgart
Stuttgart geht in Sachen Geschlechterbezeichnungen neue Wege Foto: iStock/tichr

Stuttgart will "Damen" und "Herren" abschaffen

Stuttgarts Oberbürgermeister heißt Fritz Kuhn. Der Grünen-Politiker ist fest entschlossen, in der Neckar-Metropole eine geschlechterneutrale Sprache im öffentlichen Raum zu etablieren. Dazu gehört, dass Bezeichnungen wie "Damen" und "Herren" künftig wegfallen sollen.

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Fritz Kühn folgt einem Trend

Damit folgt Kuhn einem Trend, der sich seit geraumer Zeit in Baden-Württemberg ausbreitet. Denn die dortigen Behörden bemühen sich aktuell um einen allgemeingültigen Leitfaden für geschlechtergerechte Sprache. Stuttgart geht dabei mit gutem Beispiel voran. Fortan soll es im dortigen Rathaus nicht mehr heißen "Sehr geehrte Damen und Herren" sondern "Sehr geehrte Teilnehmende“ oder "Liebe Menschen".

Kritik vom Ministerpräsidenten

Weitere Korrekturen, die bald in Stuttgart umgesetzt werden und Rollenklischees entgegenwirken sollen:

  • Abschaffung des "Mutter-Kind-Parkplatzes". 

  • Einzelpersonen sollen ohne Titel angesprochen oder angeschrieben werden (Beispiele: "Guten Tag Michael Müller, Hallo Sandra Meyer"). 

Übrigens hält Landesvater und Kuhns Parteigenosse Winfried Kretschmann nicht viel von diesen Plänen. Der 72-Jährige sagt dazu gegenüber der "Bild": "Natürlich müssen wir darauf achten, dass wir in unserer Sprache niemanden verletzen, und Sprache formt unser Denken ein Stück weit. Aber jeder soll noch so reden können, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Von diesem ganzen überspannten Sprachgehabe halte ich nichts.“