News-Update

Gefahr im Gletschereis: 15.000 Jahre alte Viren gefunden

Der Klimawandel kommt nicht, er ist bereits da. Und er legt Sachen frei, die vielleicht doch besser verdeckt geblieben wären. Z. B. Bakterien und Viren.

Gebirgsgletscher
Gletscher im Gebirge: Uralt-Viren freigelegt (Symbolbild) Foto: IMAGO / Kraft

Uralt-Viren aus Tibet freigelegt

Eine Forschungsgruppe der Ohio State University hat nach einem Ausflug in den Himalaya Eisproben eines Gletschers untersucht und zahlreiche unbekannte Viren gefunden. Die ältesten unter ihnen sind 15.000 Jahre alt.

Die entsprechenden Eisproben wurden dem Gletscher bereits 2015 in 6.000 Metern Höhe entnommen und nun ausgewertet. Dabei finden sich 33 verschiedene Viren, die dort teilweise seit Tausenden von Jahren vom Eis eingeschlossen und von denen 28 nach heutigem Wissensstand noch völlig unbekannt sind.

Überleben im ewigen Eis

Die Wissenschaftler machen erstaunliche Entdeckungen. Matthew Sullivan, Co-Autor der Studie, gibt gegenüber den Ohio State News zu Protokoll:

"Diese Viren haben Signaturen von Genen, die ihnen helfen, Zellen in kalter Umgebung zu infizieren. Es ist fast surreal, wie ein Virus dadurch bei solch extremen Bedingungen überleben kann."

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Gefahr durch abtauenden Permafrost

Der Forscher glaubt nicht, dass von den gefundenen Viren eine Gefahr für Mensch und/oder Tier ausgehe. Erste Versuche zeigen, dass die Viren Pflanzen als Wirte bevorzugen.

Allerdings müsse man weiterforschen, denn die Gletscher tauen aktuell in Rekordzeit ab und wer weiß, was sich in tieferen Schichten an unangenehmen Überraschungen verbirgt.

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