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Etymologie

Bedeutung von Sprichwörtern: Woher kommt der Begriff "Gassi gehen"?

Sprichwörter und Umschreibungen sind schön einprägsam, oft gehaltvoll und haben immer eine Historie. Aber wie entstehen und was bedeuten sie? Eine rhetorische Spurensuche.

Hund an einer Leine, Frisbee-Scheibe im Maul
Hund und Herrchen gehen Gassi Foto: iStock / alexei_tm

Gassi gehen

Wer einen Hund hat, kennt das Prozedere: Gassi gehen, jeden Tag, mehrmals, und das auch immer, komme, was wolle. Gewitter, Tornado, Weltuntergang? Egal, der Hund muss raus, man muss mit ihm "Gassi gehen". Aber woher kommt diese seltsame Umschreibung eigentlich?

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Was sagt das Sprichwort aus?

Gassi gehen ist essenziell für das Haustier, welches in 99 von 100 Fällen ein Hund ist. Denn das Gassi gehen bietet dem Vierbeiner nicht nur die Möglichkeit, seine feine Nase auf den Boden zu setzen und all diese interessanten Gerüche, die Herrchen und Frauchen gar nicht wahrnehmen, zu analysieren.

Vielmehr ist es auch der logischerweise notwendige Toilettengang unseres geliebten Vierbeiners, der sich zum einen nicht vermeiden lässt und den man zum anderen auf keinen Fall auf dem heimischen Teppich stattfinden lassen möchte.

Wie es entstanden?

Und woher kommt nun diese seltsame Umschreibung für den Toilettengang des eigenen Vierbeiners, die es nur im Singular gibt und die ohne Artikel auskommt? Das ist umstritten. Das Naheliegendste wäre es, den Begriff "Gassi" vom süddeutschen Begriff für kleine Straße, "Gasse", abzuleiten. Auf die trat man früher ganz einfach mit dem Hund, um ihn sein Geschäft machen zu lassen.

Ein etwas umfangreicherer Erklärungsversuch besagt, dass es sich dabei um die Kurzform des lateinischen Ausdrucks "gassatine" handelt und mit der die Studenten früher ihre nächtlichen Sauftouren umschrieben. Gassatine soll sich wiederum vom lateinischem "grassari" - sich herumtreiben - ableiten.

Die exakte Bedeutung bleibt im Nebulösen, klar ist nur, dass es jenen Begriff bereits seit ziemlich genau 200 Jahren gibt.