Gesundheits-Update

Irre! Fabrik züchtet Mücken – um Menschheit zu retten

Mücken sind eigentlich als Nervensägen und im schlimmsten Fall Überträger tödlicher Krankheiten bekannt. Doch nun sollen in Australien Mücken gezüchtet werden, die die Menschheit retten könnten.

Blutsaugende Mücke
Blutsaugende Mücke Foto: iStock / Tarasylo

Überträger gefährlicher Krankheiten

Moskitos gelten insbesondere in der südlichen Hälfte der Erde als Überträger gefährlich und zum Teil tödlicher Krankheiten. Dabei produzieren sie die Viren, die sie übertragen, nicht selbst.

Mücken nehmen Viren auf, indem sie infizierte Menschen beißen. Wenn sie wieder beißen, können sie das Virus auf die nächste Person übertragen. Dabei sind es nur weiblichen Moskitos, die Menschen beißen und somit Krankheiten wie das Dengue- oder Gelbfieber übertragen können. Es handelt sich um ein globales Problem, für das bisher keine Lösung gefunden wurde. Bisher.

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Mückenzüchtung in Australien

In Australien soll die weltweit erste Fabrik zur Zucht von Mücken entstehen. Mücken, die dabei helfen sollen, die gefährlichen Übertragungskrankheiten, von denen jährlich Millionen Menschen betroffen sind, zu bekämpfen.

Die Idee wurde entwickelt von der Hilfsorganisation World Mosquito Program. Unterstützt wird das Projekt von dem Unternehmen Innova Feed, die auf die Herstellung von auf Insekten basierendem Tierfutter spezialisiert ist.

Die Wolbachia-Methode

Was genau steckt nun hinter der Idee? Ausgang aller Überlegungen ist Wolbachia.

Wolbachien sind natürliche Bakterien, die in 60 Prozent der Insektenarten vorkommen, darunter einige Mücken, Fruchtfliegen, Motten, Libellen und Schmetterlinge.

Wolbachia sind sicher für Mensch und Umwelt. Unabhängige Risikoanalysen zeigen, dass die Freisetzung von Wolbachia-infizierten Mücken ein vernachlässigbares Risiko für Mensch und Umwelt darstellt. Diese Bakterien leben in Insektenzellen und werden von einer Generation zur nächsten durch die Eier eines Insekts übertragen.

Wolbachia-Bakterien senken die Wahrscheinlichkeit, dass sich andere Viren wie z. B. das Dengue-Fiber, Zika oder Chikungunya im Körper der Mücke vermehren können. Dadurch sinkt automatisch die Übertragungsgefahr auf den Menschen,

Nach der Züchtung sollen die Moskitos in Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden in den betroffenen Gebieten freigelassen werden, um das Risiko der Verbreitung der Krankheiten einzudämmen.