Pyrotechnik-Tragödie 29 Tote: Tödliche Explosionen auf Pyrotechnik-Markt in Mexiko

21.09.2016
Bei mehreren heftigen Explosionen auf einem Pyrotechnik-Markt in Mexiko sind 29 Menschen ums Leben gekommen
© YouTube/StoryfulNews

Bei mehreren heftigen Explosionen auf einem Markt für Pyrotechnik in der mexikanischen Ortschaft Tultepec sind laut offiziellen Angaben mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen.

Wie Gouverneur Eruviel Avila am Dienstagabend Ortszeit zu Protokoll gab, seien 26 Menschen direkt bei dem Unglück im Bundesstaat México getötet worden. Drei weitere Opfer seien später in Krankenhäusern ihren schweren Verletzungen erlegen.

Zuvor hatte die Bundespolizei mitgeteilt, dass bei dem Unglück auf dem Markt "San Pablito" im Bundesstaat México 70 Menschen verletzt worden seien.

"Mindestens 25 Menschen haben schwere Verletzungen davon getragen, einige sind an 90 Prozent ihrer Haut verbrannt", zog der Stabschef der Regierung des Bundesstaates México, José Manzur, gegenüber dem Radiosender "Fórmula" ein erschütterndes Resümee.

Auf Fernsehbildern war eine ganze Reihe von Explosionen zu sehen. Im Anschluss an die Detonationen stieg eine große Rauchwolke über der Ortschaft rund 40 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt auf.

"Der Markt ist komplett zerstört", wird der Leiter des Nationalen Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, von mexikanischen Medien zitiert.

Spezialeinheiten der Polizei

Rettungskräfte suchten in den Überresten der Verkaufsstände nach Verschütteten. Um bei den Bergungsarbeiten zu assistieren, wurden Spezialeinheiten der Polizei nach Tultepec verlegt.

Dies teilte der Chef der Bundespolizei, Manelich Castilla, mit. Ermittler der Generalstaatsanwaltschaft würden außerdem die Unglücksursache untersuchen.

Ironischerweise hatte der Generaldirektor des mexikanischen Pyrotechnik-Instituts, Juan Ignacio Rodarte Cordero, noch vor wenigen Tagen verlauten lassen, dass "San Pablito" der sicherte Pyrotechnik-Markt in ganz Lateinamerika sei.

"Es besteht ausreichend Abstand zwischen den Ständen, damit es im Falle von Funkenflug keine Kettenreaktion gibt", so der Funktionär. Zudem seien Feuerlöscher, Wasser, Löschsand und Werkzeuge vorhanden, wähnte sich auch Markt-Leiter Galicia Cortes für den Ernstfall gewappnet.

Zentrum der Pyrotechnik-Industrie

Tultepec gilt als Herzstück von Mexikos Pyrotechnik-Industrie. Auf dem Markt "San Pablito" sollen laut offiziellen Angaben rund 80 Prozent aller Feuerwerkskörper in Mexiko verkauft werden. Von August bis Jahresende würden Prognosen der Marktverwaltung zufolge 100 Tonnen Feuerwerk abgesetzt.

Menschen aus dem ganzen Land besuchen den Handelsplatz, um sich mit Raketen, Böllern und Feuerwerk einzudecken. Zum Zeitpunkt des Unglücks sollen jedoch nur wenige Kunden auf dem Markt unterwegs gewesen sein, wie der Händler Armando Senecio dem Fernsehsender "Foro TV" erklärte.

"Wir verkaufen hier nur handgemachtes harmloses Feurwerk. Das Verteidigungsministerium erlaubt uns nicht, gefährliches Material zu verkaufen", so der Kaufmann. Höchstwahrscheinlich sei eine Kettenreaktion vieler kleiner Raketen und Böller für die gigantische Explosion verantwortlich gewesen.

Immer wieder schwere Explosionen

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art auf "San Pablito". Laut einem Bericht der Zeitung "Milenio" ereigneten sich allein 2016 bereits vier Explosionen in der Ortschaft. Wie der "Focus" berichtet, kommt es zudem auch in anderen Regionen von Mexiko immer wieder zu schweren Unfällen.

Demnach kamen 2013 bei der Explosion von Feuerwerksraketen während einer Prozession im Bundesstaat Tlaxcala 16 Menschen ums Leben, 153 weitere wurden verletzt. An Silvester 2003 wurden bei einer Explosion auf einem Pyrotechnik-Markt im Bundesstaat Veracruz 28 Menschen getötet.

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