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Erstmals seit Jahrhunderten: Erdbevölkerung schrumpft

Laut einer aktuellen Studie wird die Weltbevölkerung ab dem Jahr 2064 seit Ewigkeiten wieder schrumpfen.

Menschenmasse aus der Vogelperspektive
Ab 2064 wird die Weltbevölkerung einer aktuellen Studie nach schrumpfen (Symbolbild) Foto: iStock / Eblis

Groß angelegte Studie

Einer groß angelegten Studie eines internationalen Forscherteams zufolge, die im renommierten Medizin-Fachmagazin The Lancet veröffentlicht wurde, werden bis zum Ende des aktuellen Jahrhunderts deutlich weniger Menschen auf der Erde leben als bislang von den Vereinten Nationen angenommen.

Ihren Höchstwert erreicht die Weltbevölkerung demnach im Jahr 2064, dann sollen 9,7 Milliarden Menschen den Globus bewohnen. Für danach erwarten die Wissenschaftler jedoch einen Rückgang der Geburtenraten, was manche Regionen in Schwierigkeiten bringen könnte.

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Gute Nachricht für die Umwelt

So verlieren voraussichtlich mehr als zwanzig Nationen, u. a. Spanien, Italien, Polen, Japan und China, bis 2100 rund die Hälfte ihrer Bevölkerung. Ein Anstieg der Einwohnerzahlen wird dagegen in Ländern südlich der Sahara erwartet, heißt es in einem Bericht der Tagesschau.

Christopher Murray, Leiter der Studie von der University of Washington in Seattle, liefert eine Erklärung für die prognostizierte Entwicklung: "Wenn Frauen mehr Zugang zu Bildung und Verhütungsmitteln bekommen, entscheiden sie sich im Durchschnitt für weniger als 1,5 Kinder."

Eine gute Nachricht für die Umwelt, die davon profitieren könnte, dass die Nahrungsmittelproduktion zurückgefahren wird, wodurch weniger Treibhausgase ausgestoßen werden. Die Wirtschaft wiederum dürfte in einigen Ländern dagegen mit massiven negativen Folgen zu kämpfen haben.

Potenzielle Gefahren

Weniger Menschen bedeutet auch weniger Arbeitskräfte. Hinzu kommt, dass die Lebenserwartung steige, was die alternden Gesellschaften vor die Herausforderung stelle, ihre Sozial- und Gesundheitssysteme entsprechend anzupassen.

Murray sieht angesichts dieser Prognose sogar die Gefahr, dass manche Staaten den Zugang zu Verhütungsmitteln erschweren werden, um dem Bevölkerungsschwund entgegenzuwirken.

Der Chefredakteur von The Lancet, Richard Horton, wird wie folgt zu der Studie zitiert: "Am Ende dieses Jahrhunderts wird die Welt eine multipolare sein, in der Indien, Nigeria, China und die USA die wichtigsten Mächte sind."