News-Update

Gesundheitsminister Spahn: Strafanzeige wegen Beleidigung

Der Gesundheitsminister ist in der Corona-Zeit einer der öffentlichen Buhmänner für deutsche Wutbürger. Jetzt hat sich einer von ihnen allerdings massiv im Ton vergriffen. Spahn reagiert.

Jens Spahn
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Foto: Getty Images / Hayoung Jeon

Schwuler Minister als Sündenbock

Wenn es schlecht läuft, muss irgendwer Schuld haben. Ein Sündenbock muss her. Da Corona unsere Gesundheit betrifft, ist es logisch, dass damit auch der Bundesgesundheitsminister ins Fadenkreuz der Kritik gerät.

Eine zielgerichtete, nachvollziehbare Kritik ist dabei nicht immer zu erwarten. Und manchmal gerät die Kritik auch zur Beleidigung. Das ist jetzt Jens Spahn widerfahren.

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Die "schwule Sau" schlägt zurück

Als Spahn am 29. August auf einer Wahlkampfveranstaltung in Bergisch Gladbach auftritt, bekommt er einiges zu hören. Nichts allerdings ist dabei so prägnant wie der Ausruf eines 39-Jährigen, der, in Anspielung auf die Homosexualität des Ministers, diesen als "schwule Sau" bezeichnete.

Das ließ sich Spahn nicht folgenlos bieten und stellte Strafantrag bei der Kölner Staatsanwaltschaft. Die ließ verlautbaren, dass der Verdächtige bereits ermittelt und identifiziert ist. Er wird demnächst auf dem Kölner Polizeipräsidium vernommen. Wahrscheinlich kommt es zu einer Gerichtsverhandlung.

Lautstarker Protest bei Wahlkampfauftritt

Der Mann war keineswegs als Einziger schlecht auf Spahn zu sprechen. Es erwarteten den Minister neben diskussionswilligen Bürgern auch eine Menge offensichtlich sehr aufgebrachter Personen, die ihm ihre Unzufriedenheit deutlich hörbar mitteilten.

Spahn versuchte, seine Politik zu erklären, und konnte nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass er nicht für die Pandemie verantwortlich gemacht werden kann: "Ich habe Corona nicht erfunden."

Dem Beleidiger droht eine Geldstrafe, im Extremfall sogar ein Jahr Haft.