Filter überflüssig

Dream Machine: Neues Museum soll vor allem Likes bringen

In den USA entsteht gerade eine neue Art von Museum. Ein Museum, indem man nicht mehr Kunst betrachtet, sondern sich selbst als Kunstwerk stilisieren kann und dieses dann mit der eigenen Social-Media-Community teilt. Eine "Dream Machine", in der die Instagram-Generation noch tiefer in die Illusion eintauchen kann.

Dream Machine
Dream Machine Foto: Instagram / inthedreammachine

Heutzutage sind Fotomotive überall. Fotoequipment in Form eines Smartphones hat sowieso jeder schneller griffbereit als Lucky Luke seinen Colt. Die Selbstinszenierung auf Facebook, Instagram und Snapchat (man hört, dass es Leute gibt, die das immer noch benutzen) ist noch lange nicht vorbei und das Bedürfnis, sich mitzuteilen und wahrgenommen zu werden, ist stärker als eh und je. Die "Dream Machine", ein neuartiges Museum in New York, versucht, dieses Bedürfnis zu stillen.

"Dream Machine": Museum für die Instagram-Generation

Die Museen mit einer Reihe von Installationen laden die Besucher dazu ein, nach Likes in sozialen Netzwerken zu angeln. Die "Kunst" in diesen Museen besteht aus Plastik-Attrappen zum Beispiel eines Waschsalons, Wolkenhimmels oder eines Urwalds. Alles ästhetisch und schön anzusehen.

Bei einem Eintrittspreis von umgerechnet 31 Euro können sich Besucher den ganzen Tag austoben - solange der Handyakku es erlaubt.

Gründerin Paige Solomon versichert, bei der "Dream Machine" handle es sich nicht um eine "Flucht vor der Außenwelt". Es gäbe auch "spielerische und lustige" Elemente, die ganz ohne Handy und Kamera erfahren werden können.

Gleichzeitig sei es aber erwünscht, dass möglichst viele Bilder geschossen und vor allem geteilt werden. Denn mit dem richtigen Hashtag bekommt Solomon kostenlose Werbung. Selbstredet, dass die "Dream Machine" einen eigenen Instagram-Account hat, der sich fast 33.000 Follower erfreut.

Angeblich waren schon Stars wie Beyoncé, Gwyneth Paltrow und Kim Kardashian hier zu Besuch.

Die "Dream Machine" ist nicht die erste und einzige Installation, die die fotowütigen Millennials ködern will. 2016 zum Beispiel feierte das "Museum of Ice Cream" in New York Premiere und war danach in Los Angeles, San Francisco und Miami unterwegs. Coole Fotomotive gehen in nächster Zeit also nicht so schnell veloren.

Also Foto schießen, Filter drüber jagen, online damit und auf eine dreistellige "Gefällt mir"-Zahl hoffen.