Under the skin

Darum bleibt ein Tattoo für immer in der Haut

Früher hatten es nur Seeleute, irgendwann sprang der Funke auf die Allgemeinheit über und heutzutage gibt es quasi kein Halten mehr.

Tätowierung
Tätowierung Foto: iStock/ashlarc

Nein, ich spreche nicht von irgendeiner fiesen Geschlechtskrankheit. Auch nicht von Skorbut oder Ähnlichem. Die Rede ist natürlich von Tätowierungen, oder Tattoos, wie man auf Neudeutsch sagt.

Ob Anker auf des Seemanns Arm, diverse Liebesbekundungen („Mandy liebt Kevin“), die noch bleiben, nachdem das Verhältnis schon lange in die Binsen gegangen ist, das schlimme Arschgweih der späten  90er Jahre (auch Schlampenstempel genannt) – eins haben all diese schmerzhaften Verewigungen gemeinsam: Sie sind gekommen, um zu bleiben.

Mag es im Zeitalter von Lasereinsatz in der Schönheits-Chirurgie zwar möglich sein, die oberflächlich sichtbaren Partien wieder abzutragen, so bleibt immer ein Rest dessen, was man sich hat stechen lassen, im Organismus zurück.

Schuld ist das Immunsystem. Na, toll! Ist das nicht eigentlich da, um uns zu schützen? Auch vor selbstverursachten Idiotien? In diesem Fall wird es aber auch vor eine wirklich derbe Aufgabe gestellt. Die Tinte fließt nämlich aus der Tätowiernadel in die Dermis, das ist quasi die mittlere Hautschicht.

Der Organismus versucht, die so eingedrungenen Fremdkörper mithilfe von weißen Blutkörperchen, sogenannten Makrophagen zu isolieren, indem sie von den Blutkörperchen eingeschlossen werden.

Die Pigmente der Tattoo-Tinte sind allerdings zu groß für die Makrophagen, und so stecken diese mit der aufgenommenen Tinte im Inneren  weiterhin in der Dermis.

Für immer. Langzeitfolgen unbekannt. Good luck.