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Reise-Update

Achtung, Abzocke: Die größten Reisefallen 2019

Die größten Reisefallen 2019 sind ein Potpurri aus Rücksichtslosigkeiten, undurchsichtigen Paragraphen und skrupelloser Profitgier.

Die besten Fluggesellschaften 2018
Die größten Reisefallen 2019 (Symbolfoto). iStock / photoncatcher

Achtung Abzocke: Die größten Reisefallen 2019

Wer in den Urlaub fährt, der will sich in erster Linie erholen und nicht mit Unzulänglichkeiten herumärgern. Allerdings gibt es zahlreiche Reisefallen, bei denen es um unlautere Profitmaximierung geht - ohne entsprechende Gegenleistung.

Die größten Urlaubsfallen 2019: Die Urlaubspiraten klären auf

Urlaubspiraten hat jetzt die größten Urlaubsfallen 2019 aufgespürt. Dies ist vor allem für Diejenigen höchst interessant, die demnächst noch in den Urlaub wollen.

Airline-Pleiten

AirBerlin, Germania und WOW Air sind in den vergangenen zwei Jahren pleite gegangen. Neben den Mitarbeitern der Fluggesellschaften sind vor allem die Kunden die Leidtragenden. Der lang ersehnte Urlaub kann nicht angetreten werden und das Geld bekommen sie oftmals auch nicht wieder.

Tipps der Urlaubspiraten:

· Vor langfristigen Buchungen sollten Reisende generell Recherche zur betreffenden Airline betreiben.

· Die Kreditkarte sollte das Zahlungsmittel erster Wahl sein. Im Falle einer Insolvenz hat man bei einer Zahlung per Kreditkarte bessere Chancen, das Geld über das Kreditkartenunternehmen erstattet zu bekommen.

· Wer eine Reise im Paket bucht, ist über das Pauschalreisegesetz wirksam gegen Airline-Pleiten abgesichert. Es gibt Webseiten, auf denen Reisende sich selbst Pauschalreisen zusammenstellen können. Selbst wenn man lediglich die Flüge und die erste Nacht am Zielort bucht, gilt es als Pauschalreise.

Am Flughafen gibt es ebenfalls oft Grund zur Klage (Symbolfoto).
Am Flughafen gibt es ebenfalls oft Grund zur Klage (Symbolfoto). Pixabay

Die große Enttäuschung am Urlaubsort

Viele Reisende freuen sich auf ein erstklassiges Hotel mit tollen Extras – und müssen vor Ort feststellen, dass der Pool geschlossen ist und die Klimaanlage nicht funktioniert. Der europäische Verbraucherschutz leistet hier zwar sehr gute Arbeit. Reist man hingegen nach Asien oder in die USA, sieht es anders aus.

Hier gelten nicht die strengen Verbraucherschutzrechte aus der EU, sondern es greifen die oft lascheren Gesetze vor Ort. Das bedeutet, dass geschädigte Kunden vor Ort ihre Rechte einklagen müssen – außer es wurde über eine in Deutschland registrierte Seite gebucht. In diesem Fall greift das deutsche Verbraucherschutzgesetz.

Tipps der Urlaubspiraten:

· Wer auf großen internationalen Portalen bucht, kann sich in der Regel auf deren Vertragsbedingungen verlassen – oder diese im Zweifel über deutsche Gerichte einklagen.

· Da Zusatz- und Sonderleistungen wie Verpflegung, Upgrades, Leihfahrrad, Rabatte oder ähnliches oft nicht in der Buchungsbestätigung auftauchen, sollten Kunden während der Buchung einen Screenshot machen. So können sie ihre Buchung im Zweifelsfall belegen.

Hotelzimmer entspricht nicht den Erwartungen

Viele Hotels wählen reißerische Zimmerbezeichnungen, um mehr Verkäufe zu erzielen. Selbst das Standard Zimmer wird oft als Deluxe Zimmer bezeichnet, obwohl es keine besonderen Ausstattungsmerkmale hat. Viele Kunden sind außerdem verärgert über die fehlerhafte Beschreibung von Doppelzimmern.

Oftmals finden Gäste bei der Buchung eines Doppelzimmers kein Doppelbett, sondern zwei zusammengestellte Einzelbetten vor. Auch andersherum kann es zum Problem werden, wenn ein Doppelzimmer mit Freunden gebucht wird, und sich die Gäste im Anschluss ein 1,40 Meter breites Bett teilen müssen, obwohl dieses als Doppelbett angegeben wird.

Tipp der Urlaubspiraten:

· Renommierte Portale und Veranstalter führen in ihren Angeboten immer die Zimmerinformationen mit Ausstattungsmerkmalen an. Auch die Bettenart und die Quadratmeterzahl des Zimmers lassen sich hier rausfinden.

Die Gepäckbedingungen

Aktuell sind die Gepäckbedingungen der Airlines für viele Kunden eine komplizierte Angelegenheit. Viele Reisende erwarten, dass auf Langstreckenflügen das Gepäck enthalten ist und fühlen sich getäuscht, wenn sie merken, dass das nicht der Fall ist. Es gibt fast keine Airline mehr, die durchweg auf allen Flügen die gleichen Gepäckbedingungen hat. Hinzu kommt, dass Low-Cost-Airlines ihre Gepäckbedingungen regelmäßig ändern. Je nach Region und Flugstrecke gibt es selbst innerhalb einer Airline Unterschiede.

Tipps der Urlaubspiraten:

· Vor einer Flugbuchung sollten Verbraucher die Konditionen immer bis zum Ende durchlesen und im Zweifel die genauen Informationen bei der Airline direkt anfragen.

· Am sichersten ist es, direkt auf der Webseite der entsprechenden Airline zu buchen.

· Bei einigen Fluggesellschaften ist es oftmals günstiger, den nächsthöheren Tarif zu buchen, wenn man plant Gepäck mitzunehmen. Das Dazubuchen eines Gepäckstücks mit dem günstigeren Tarif ist am Ende oft teurer. Daneben gibt es meist noch Verpflegung und/oder eine Sitzplatzreservierung dazu.

· Sollten sich Verbraucher doch für den Basistarif entscheiden, in dem kein Gepäck enthalten ist, sollten sie überlegen, wie viele Gepäckstücke sie tatsächlich benötigen. Gerade in den USA sind Markenkoffer oft günstiger als in Deutschland. Im Zweifel könnten Passagiere auf dem Hinflug auch eine Reisetasche in den Handgepäckkoffer packen und diese beim Rückflug nach einem ausgiebigen Shoppingtrip am Urlaubsort vollgepackt aufgeben.

Künstliche Verknappung als Druckmittel

Auf vielen Buchungsplattformen ist es gängige Praxis, auf die begrenzte Verfügbarkeit eines Angebots hinzuweisen, um den Verkauf anzukurbeln. Oftmals ist es aber so, dass diese Verweise sich auf das Angebot beziehungsweise das Kontingent der jeweiligen Plattform beziehen und nicht zwingend auf das Kontingent des entsprechenden Hotels.

Tipp der Urlaubspiraten:

· Nicht unter Druck setzen lassen und Angebote vergleichen.

Hotelzimmer können oftmals für Ärger sorgen (Symbolfoto).
Hotelzimmer können oftmals für Ärger sorgen (Symbolfoto). Urlaubspiraten

Klarheit bei Codeshare-Flügen

Für Verwirrung sorgen oftmals auch Codeshare-Flüge. Dadurch, dass Fluggesellschaften innerhalb einer Allianz ihre Flüge gemeinsam vermarkten, kann es vorkommen, dass Gäste beispielsweise einen Flug mit Lufthansa buchen, am Ende aber in einer Maschine von United Airlines oder Air Canada sitzen. In diesem Fall spricht man von einem Codeshare-Flug.

Tipps der Urlaubspiraten:

· Wenn sich Kunden nicht sicher sind, können Eselsbrücken helfen. Bei Lufthansa handelt es sich beispielsweise bei Langstreckenflügen um einen Codeshare, wenn der Code vierstellig ist. Ist er hingegen dreistellig, wird der Flug von Lufthansa direkt ausgeführt.

· Ob ihr Flug ein Codeshare-Flug ist, können Kunden auf der Webseite der Fluggesellschaft kontrollieren. Ein einfaches „Operated by...“ bei den Flugreise Details kennzeichnet, welche Airline den Flug durchführt.

Kein Mehrwert durch Vorab-Buchung von Eintritten

Viele Reiseveranstalter sind dazu übergegangen, Ausflüge, Touren und Eintritte bereits bei der Flugbuchung zu verkaufen. Oft wird „Skip The Line“ – also das Umgehen langer Warteschlangen – als Vorteil angeboten. Vor Ort wird man aber vergeblich eine zweite, vermeintliche schnellere Warteschlange suchen.

Auch muss man vor Ort oft feststellen, dass es gleich viel gekostet hätte oder sogar günstiger gewesen wäre die Tickets direkt beim Anbieter zu kaufen. Daneben haben Verbraucher bei vorheriger Buchung oftmals fixe Zeiten oder Tage für ihre Aktivität reserviert. So kann es schon mal passieren, dass man eine Tour auch bei strömendem Regen machen muss. Am Urlaubsort gibt es in den Hotels oder in Restaurants zudem oft Coupon-Gutscheine, mit denen man die Aktivitäten etwas vergünstigt bekommt.

Tipps der Urlaubspiraten:

· Reisende sollten sich vor der Buchung einer Aktivität überlegen, ob es sich um eine wetterunabhängige Attraktion handelt und ob die Reservierung eines Timeslots unbedingt erforderlich ist.

· Möchten man eine vielbesuchte Attraktion wie Alcatraz oder die Vatikanischen Museen besuchen, ist es oftmals sogar notwendig ein Ticket im Voraus zu buchen.

· Auf der Website des Anbieters oder Veranstalters gibt es bei direkter Buchung oftmals Rabatte. Falls nicht, sehen Kunden zumindest auf einen Blick, ob sie durch eine vorzeitige Buchung einen Preisvorteil haben oder ob es günstiger ist, vor Ort zu buchen.

Weiterlsen:

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