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Deutschland: 70.000 Tiere jährlich ausgesetzt, weil Besitzer in den Urlaub wollen

Die Deutschen lieben ihre Haustiere. Und Urlaub. Vor die Wahl gestellt, entdecken dann aber viele Teutonen, dass das Viech doch irgendwie stört. Also weg damit!

Hund an Leitplanke angeleint, Besitzer klappt im Hintergrund Heckklappe zu
Ausgesetzter Schäferhund Foto: imago images / Panthermedia

Same procedure as every year

Jedes Jahr das Gleiche. Zur Urlaubszeit sind zwei Dinge offensichtlich unvermeidlich: Die Benzinpreise ziehen ganz zufällig an und die Autobahnraststätten verwandeln sich durch ausgesetzte Vierbeiner in eine Art Open-Air-Tierheim.

Dabei ist das Aussetzen von Haustieren beileibe kein Kavaliersdelikt. Von der moralischen Verwerflichkeit einmal ganz abgesehen, drohen empfindliche Strafen für Ex-Frauchen und -Herrchen.

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Drakonische Strafen drohen

Je nach Schwere des Vergehens am schutzbefohlenen Tier, für das man sich ja ganz bewusst entschieden und damit auch die Verantwortung für dessen Wohlergehen übernommen hat, können bis zu 25.000 Euro Geldbuße verhängt werden.

Ist das Tier durch eine Aktion seiner Halter nachweislich ums Leben gekommen, wird dies sogar als Straftat gewertet, die mit bis zu drei Jahren Freiheitsentzug geahndet werden kann.

Viele Tiere werden eingeschläfert

Trotz dieses rigiden Strafmaßnahmenkataloges, weiß die Bunte, kommt es jedes Jahr immer wieder zu erschütternd hohen Zahlen an illegalen Aussetzungen. Schätzungen des Deutschen Tierschutzbundes zufolge werden in Deutschland jedes Jahr bis zu 500.000 Tiere ausgesetzt. Allein zu Beginn der Urlaubszeit kann jedes Jahr mit 70.000 Fällen bundesweit gerechnet werden.

In diesem Jahr könnten diese Zahlen sogar noch höher liegen, denn wegen der Corona-Krise haben sich mehr Menschen als sonst ein Haustier zugelegt. Die Tierheime können einen solchen Ansturm nicht ansatzweise verkraften. Für viele der Tiere ist das ihr Todesurteil: Sie müssen aufgrund der Überkapazität leider eingeschläfert werden.