Corona-Update

Deutsches Impfdebakel: Merkel wegen verhängnisvoller Entscheidung am Pranger

In Deutschland können derzeit sehr viel weniger Menschen gegen Corona geimpft werden, als in anderen Ländern. Die Bundeskanzlerin hat mit einer Entscheidung dazu beigetragen.

Angela Merkel
Angela Merkel am 16. Dezember 2020 im Deutschen Bundestag Foto: GettyImages/ODD ANDERSEN

Bundeskanzlerin Angela Merkel steht aktuell am Pranger, weil eine Entscheidung von ihr aus dem Frühsommer 2020 dazu beigetragen hat, dass derzeit sehr viel weniger Menschen hierzulande gegen das Corona-Virus geimpft werden können als beispielsweise in Großbritannien, Israel oder den USA.

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Merkel wegen verhängnisvoller Entscheidung am Pranger

Wie Bild berichtet, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch im Frühjahr 2020 im Rahmen einer Impfallianz mit Frankreich, Italien und den Niederlanden bekannt gegeben, dass genug potenzieller Impfstoff für alle Menschen in Deutschland bestellt sei.

Dann jedoch schritt Merkel ein und entzog Spahn diesbezüglich die Chefkompetenz, um diese an die EU-Kommission zu übertragen. Im Hinblick auf die damals nahende deutsche EU-Ratspräsidentschaft sollte dieser Schritt symbolisieren: Deutschland macht bei der Impfstoff-Bestellung keine Alleingänge.

Deutsches Impfdebakel: Eine Chronik

Jens Spahn reagierte verärgert auf die Entmachtung und warnte seinerseits vor einer Verzögerung bei der Impfstoff-Bestellung. Während die USA und Großbritannien bereits im Sommer 2020 mit jeweils sechs potenziellen Herstellern Verträge über ausreichend Impfdosen abschlossen, kam die EU nicht in die Gänge.

Fatal: Für den Impfstoff vom Mainzer Unternehmen Biontech war dann in Brüssel kein ausreichendes Budget mehr für eine Vorbestellung vorhanden, weil Ende August 2020 ein Vertrag mit AstraZeneca abgeschlossen wurde. Biontech hatte aber letztendlich die Nase vorn.

Daraufhin wollte die EU den Preis pro Impfdose à 50 Euro drücken. Biontech gab nicht nach.

Danach wurde erst einmal mit der französischen Sanofi vonseiten der EU ein Vertrag abgeschlossen, weil diesbezüglich Frankreich Druck gemacht haben soll. Allerdings soll dieser Impfstoff erst 2021 zur Verfügung stehen.

Erst Mitte November kam dann der EU-Vertrag mit Biontech zustande.