Mehr als 13 Millionen betroffen In diesen deutschen Städten droht ein Fahrverbot für Dieselautos

23.11.2017

Viele deutsche Großstädte sehen in Fahrverboten für Dieselautos die Lösung, um den häufig überschrittenen Stickoxid-Grenzwerten entgegenzuwirken.

Hamburg macht als erste Metropole Ernst und will noch 2017 streckenweise Fahrverbote für Dieselfahrzeuge einführen, die der Abgasnorm Euro 5 oder schlechter entsprechen. 

Unter der Woche hatte die Hansestadt angekündigt, zwei Abschnitte großer Straßen für Diesel-Pkw, die nicht den Euro-6-Anforderungen entsprechen, sperren zu wollen. 

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Andere Städte ziehen offenbar nach.

In Stuttgart werden ab Anfang 2018 die Diesel von mehreren Straßen der Innenstadt verbannt. In weiteren Metropolen - unter anderem München und Berlin - werden ähnliche Verbote diskutiert bzw. sind aufgrund von Klagen zu erwarten.

Ein pikante Entwicklung, da in Deutschland jedes dritte Auto ein Diesel ist. Satte 39 Prozent dieser 15.1 Millionen Fahrzeuge haben einen Euro-5-Motoren.

Das bedeutet, dass von einem flächendeckenden Bann in den Innenstädten 5.92 Millionen Pkw betroffen wären.

Urheber der Anti-Diesel-Initiative ist die "Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)". Der Verein hatte Klage eingereicht, da seiner Auffasung nach in 16 Städten die Schadstoffgrenzwerte stellenweise nicht eingehalten werde.

Auch die geplanten Verbote in Stuttgart und Hamburg gehen auf die DUH zurück.

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In Aachen, Berlin, Bonn, Darmstadt, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Gelsenkirchen, Köln, Limburg, Mainz, München, Offenbach, Reutlingen und Wiesbaden beschäftigt die schlechte Luft laut DUH Gerichte oder es liegen bereits Urteile vor.

Ulrich Chiellino - Leiter Interessenvertretung Verkehr beim ADAC - steht den Verboten kritisch gegenüber, da sie die Mobilität von mehr als 13 Millionen Dieselfahrern einschränken würden:

"Fahrverbote sind aus Sicht des ADAC nicht zielführend. Die Folgen der Diesel-Manipulationen auf die Verbraucher abzuwälzen, die sich vor wenigen Jahren im guten Glauben ein vermeintlich sauberes Dieselfahrzeug gekauft haben, wäre sozial ungerecht." 

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