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Riesen-Aufregung: Ist dieser deutsche Nationalspieler ein Islamist?

Das Ganze ist nur ein Missverständnis, sagt der Gescholtene, und möglicherweise ist es wirklich nur ein Sturm im Wasserglas, dennoch ist die Aufregung groß. Was ist passiert?

Antonio Rüdiger
Antonio Rüdiger Foto: Getty Images / DeFodi Images

Große Aufregung um ein Like

Die islamistischen Terroranschläge der letzten Wochen haben Spuren hinterlassen: Die Bevölkerung ist aufmerksamer geworden, achtet auf jedes Detail. Das bringt einen deutschen Fußball-Nationalspieler jetzt in arge Bedrängnis, wie die Bild berichtet.

Antonio Rüdiger (27, FC Chelsea) muss sich dafür rechtfertigen, auf Instagram einen Post vom jüngst zurückgetretenen UFC-Champion Khabib Nurmagomedov geliked zu haben.

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Macron, Erdogan & Rüdiger

Das klingt harsch. Allerdings beschimpft Nurmagomedov darin den französischen Präsidenten Emanuel Macron und äfft die vom türkischen Präsidenten Erdogan losgetretene Häme gegen Macron nach.

Der war beim türkischen Staatsoberhaupt in Ungnade gefallen, weil er es gewagt hatte, sich für die Meinungsfreiheit und damit auch weiterhin für die Verbreitung der berüchtigten Mohammed-Karikaturen einzusetzen.

Text gar nicht verstanden

Rüdigers Problem ist jetzt, dass er mit seinem Like Unterstützung für Texte folgenden Inhalts signalisiert hat: "Möge der Allmächtige das Gesicht dieses Geschöpfes und all seiner Anhänger entstellen, die unter dem Motto der Redefreiheit die Gefühle von mehr als anderthalb Milliarden muslimischen Gläubigen verletzen. Möge Gott sie in diesem und im nächsten Leben erniedrigen."

Wie konnte es dazu kommen? Nun, ganz einfach – der Originaltext wurde auf Kyrillisch wiedergegeben. Darauf angesprochen, gab sich Rüdiger reumütig und sah es als einen Fehler an, einen Post geliked zu haben, dessen Inhalt er gar nicht verstanden hatte.

„Das war ein Fehler. Natürlich sollte man keine Beiträge liken, die in Sprachen verfasst sind, die man gar nicht versteht. Ich lehne jede Art von Gewalt ab möchte mich deshalb klar von diesen Inhalten distanzieren.“
Antonio Rüdiger, deutscher Fußball-Nationalspieler

Weiterer Spieler mit Like

Das Problem – so meinen einige – ist dennoch offensichtlich, denn ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1.000 Worte. Und was sei an dem Gesicht von Macron mit draufretouschiertem Stiefelabdruck fehlzuinterpretieren?

Rüdiger ist übrigens nicht der einzige deutsche Nationalspieler, der diesen Post geliked hat. Auch Mesut Özil, der ja bereits einmal in der Kritik stand, weil er etwas zu unkritisch die Nähe des türkischen Präsidenten Erdogan suchte, fand es offensichtlich in Ordnung, Macron einen ordentlichen Tritt zu verpassen.

Das fatale Like
Das fatale Like Foto: Instagram / khabib_nurmagomedov

Klärung der Sache

Antonio Rüdiger hat mittlerweile sein Like zurückgenommen, folgt sogar dem Nurmagomedov-Kanal auf Instagram nicht mehr und hat mit Oliver Bierhoff telefoniert und sich erklärt. Für den DFB ist die Sache damit vom Tisch, der Nationalspieler hat keine Konsequenzen zu fürchten.

Rüdigers abschließendes Statement soll an dieser Stelle wiedergegeben werden:

"Wenn es ein übergeordnetes Thema in meinem Leben gibt, dann ist es der Kampf gegen Gewalt und Rassismus, den ich auch selbst erfahren habe. Glaubt es mir, dass ich diesen Weg aus tiefstem Herzen auch weiterhin gehen werde. Deswegen möchte ich noch einmal klarstellen, dass ich überzeugt gläubig bin, aber auch ein entschiedener Gegner von jeglicher Gewalt. Ich entschuldige mich für dieses Like, das ich deshalb inzwischen auch wieder zurückgezogen habe. Denn solche Inhalte wie in diesem Instagram-Beitrag unterstütze ich natürlich überhaupt nicht."