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Deutsche Muslime planen, den Ruf des Muezzin zu verändern

Es sind ungewöhnliche Zeiten für uns alle. Das Coronavirus ist ein großer Gleichmacher, auch Weltreligionen interessieren es nicht. Jetzt reagieren die deutschen Muslime.

Aiman Mazyek
Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland Getty Images / Sean Gallup

Der Ruf des Muezzin

Man kennt die Szene: Der Muezzin steht auf dem Minarett einer Moschee und ruft die Gläubigen zum Gebet. So weit, so klassisch. Das Problem dabei ist natürlich, dass ein solcher Aufruf heutzutage, im Corona-Zeitalter, nicht mehr statthaft ist.

Anstatt die Menschen zusammenzurufen, ist das Gebot der Stunde, auf Social Distancing hinzuweisen und es auch selbst einzuhalten. Weltweit sind denn auch die Moscheen, genau wie die Kirchen, Synagogen und Tempel, geschlossen.

Der Text des Rufs wird geändert

Was also tun mit dem Muezzin? Die Lösung: Der Ausrufer kommt zwar noch seiner Pflicht nach, die Muslime zum Gebet zu ermahnen, jedoch verändert sich sein Text, und zwar dahingehend, dass er die muslimische Gemeinde nicht mehr zusammenruft, sondern vielmehr darauf hinweist, dass ein jeder für sich allein beten soll. Und zwar zu Hause.

Aiman Mazyek ist Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland und beschreibt die Änderung im Text des Muezzins:

„Ich halte es für denkbar, dass in den öffentlichen Muezzin-Rufen die Zeile 'Kommt her zum Gebet' in 'Betet zu Hause' umgewandelt wird.“
Aiman Mazyek

Dieses Jahr ist alles anders

Der alljährliche Ramadan, der Fastenmonat der Muslime, beginnt 2020 am 24. April. Dieses Jahr ist aber alles ein wenig anders. Nicht nur, dass der Muezzin nicht zur Zusammenkunft ruft, sondern das genaue Gegenteil propagiert, auch sonst ist für die Muslime einiges anders.

So sind beispielsweise ebenso Wallfahrten zu den heiligen Stätten des Islam verboten. Und das traditionelle Fastenbrechen nach Sonnenuntergang wird dieses Jahr auch nicht in geselliger Runde stattfinden.

Seit Dezember 2019 verbreitet sich das Coronavirus. Ausgehend von der chinesischen Millionenstadt Wuhan hat die Epidemie mittlerweile alle Kontinente erreicht. Bislang starben nach WHO-Angaben weltweit über 175.000 Menschen an der rätselhaften Lungenkrankheit, über 2.500.000 haben sich infiziert (Stand: 24. April 2020)

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