Männerhelden

"Der Mann mit dem goldenen Arm" - Er rettete 2,4 Millionen Babys das Leben

James Harrison ist kein James Bond Bösewicht. Im Gegenteil hat er etwa 2,4 Millionen Menschen das Leben gerettet, und das über einen Zeitraum von 60 Jahren. Wie er das gemacht hat? Dank eines seltenen Antikörpers in seinem Blut.

James Harrison
James Harrison Foto: Facebook / Australian Red Cross Blood Service

Als der Australier James Harrison 1951 mit 14 Jahren eine Operation hatte, bei der ihm eine seiner Lungen entfernt wurde, musste er mehrere Wochen im Krankenhaus verbringen. Dort erfuhr er, dass es Bluttransfusionen waren, die ihm das Leben retteten.

Daraufhin beschloss er, seinen Spendern gleich zu tun und ebenfalls Leben zu retten. Allerdings war er damals noch Minderjährig und musste vier Jahre warten. Und Harrison wartete. Und spendete. Das Australische Rote Kreuz bestätigt, dass Harrison über 60 Jahre hinweg Blut spendete und somit Millionen Leben rettete.

Harrison ist aber nicht nur besonders aufgrund der Quantität seines gespendeten Blutes. Schon in den 1950er-Jahren sagten ihm die Ärzte, dass sein Blut besonders sei und möglicherweise eine tödliche Krankheit heilen könnte.

"Bis etwa 1967 starben in Australien buchstäblich Tausende Babys jedes Jahr und Ärzte wussten nicht warum", sagt Jemma Falkenmire vom Australischen Roten Kreuz CNN. "Frauen hatten zahlreiche Fehlgeburten und Babys wurden mit Gehirnschäden geboren."

Heute wissen wir, dass es sich dabei um den Rhesus-Faktor handelte, eine Krankheit, bei der das Blut einer Schwangeren die Blutzellen ihres ungeborenen Kindes angreift.

Die Ärzte entdecken, dass Harrison einen selten Antikörper im Blut hatte, der den Rhesus-Faktor bekämpfen kann. Wissenschaftler entwickelten mithilfe von Harrisons Blut die Injektion Anti-D. Diese verhinderte bei schwangeren Frauen, die besonders anfällig für diese Krankheit waren, dass ihr Immunsystem Antikörper bildete, die das Ungeborene sonst angreifen würden.

James Harrison ist nur einer von 50 Australiern, die diesen Antikörper in ihrem Blut haben. Ärzte vermuten, dass Harrison diesen während seiner eigenen Bluttransfusion 1951 gebildet hat.

Falkenmire sagt: "Mehr als 17 Prozent der Frauen in Australien sind vom Rhesus-Faktor betroffen. James half also, eine Menge Leben zu retten." Um die 2,4 Millionen, um genau zu sein.

Heute ist Harrison mit 82 Jahren zu alt, um weiter Blut zu spenden. Im Mai 2018 wurde zum letzten Mal die Nadel an seinen Arm angelegt.