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Das passiert mit deinem Gehirn, wenn du Death Metal hörst

Musik ist Geschmackssache. Bei dem Begriff "Death Metal" bekreuzigt sich aber nicht nur Oma Irmgard. Steht dieses Sub-Genre zu Recht in der Kritik? Was macht es mit seinen Zuhörern und deren Oberstübchen?

Death-Metal-Band
Auftritt einer Death-Metal-Band Foto: iStock / AarStudio

Wir alle kennen die schlimmen Folgen des Volksmusik-Konsums: Rhythmisches Klatschen, einhergehend mit monoton sich wiederholenden Körperzuckungen, landläufig unter dem verharmlosenden Begriff "Schunkeln" bekannt.

Dazu werden Texte, neudeutsch "Lyrics", serviert, die an Schmacht und Schmalz nicht mehr zu über- und vom Niveau dadurch kaum noch zu unterbieten sind.

Diese heile Welt der "Förster vom Silberwald", die mit den "Mädels vom Immenhof" "am Brunnen vor dem Tore" gerne "Dort oben, wo die Alpen glühen" spielen würden, wird jäh durch die harten Klänge von Death-Metal-Stücken wie "Eaten" der Band Bloodbath zerrissen. Deren Inhalt dreht sich meist um Zerstücklungen, Kannibalismus und unsägliche Schmerzen.

Was aber macht das mit den Gehirnen derjenigen, die sich das auf die Ohren geben? Dieser Frage ist die australische Macquarie University nachgegangen.

Sie spielte 80 Versuchspersonen die beiden Songs "Happy" von Pharrell Williams und eben besagtes "Eaten" vor.

Wer diesen Test privat für sich nachspielen möchte, der findet die beiden Videos am Ende des Artikels wieder.

Während die Probanden die beiden Songs hörten, wurden ihnen diverse Bilder gezeigt, einige mit friedlichen Motiven, einige mit gewalttätigen.

Die Forscher machen sich dabei den Effekt der binokularen Rivalität zunutze. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, besagt dieser, dass Augen, wenn sie separate Bilder links und rechts eingespielt bekommen, spontan eins der differierenden Motive präferieren.

Die Forscher gehen dann davon aus, dass das bevorzugte Bild als wichtiger wahrgenommen wird. Dadurch kann man Rückschlüsse auf die Beeinflussung der zeitgleich eingespielten Musik ziehen.

Noch einfacher: Wird das gewalttätige Motiv dem friedlichen vorgezogen, hat Death Metal offensichtlich einen negativen Einfluss auf das Gehirn des Hörenden.

Und welches Ergebnis hatte das Uni-Experiment? Der überwiegende Teil der Probanden nahm eher das gewalttätige Bild wahr.

Allerdings unabhängig von der Musik. Bloodbaths in Klänge gegossene Kannibalismus- und Todesfantasien reizten das Gehirn also genau so wenig oder so viel wie Williams‘ "Happy".

Bill Thompson, Psychologie-Professor an der Macquarie University erklärt das so: "Das Gehirn versucht, die gewalttätige Szene wahrzunehmen - vermutlich gibt es einen biologischen Grund dafür, weil es eine Gefahr darstellt."

Wir bemühen also auch heute noch, im 21. Jahrhundert, unser Höhlenmenschen-Survival-Denken. Nicht nur bei Bloodbath. Auch bei "Happy".

Und Volksmusik.

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