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Die ungelösten Rätsel der Archäologie

Das Mysterium der Bernsteinstraße

Diese sensationellen Funde schreiben die Weltgeschichte neu. Deutschlands bekannteste Archäologie-Expertin Gisela Graichen ist für Welt der Wunder den größten Geheimnissen der Menschheit auf der Spur. Diesmal geht es um das Mysterium der Bernsteinstraße.

Bernstein
Bernstein iStock / HansJoachim

Grabkammer des Pharao Tutanchamun

Wir schreiben das Jahr 1922. Der englische Archäologe Howard Carter stößt im Tal der Könige auf die Grabkammer des Pharao Tutanchamun. Die Schätze werden weltberühmt. Doch ein Geheimnis der Kammer ist noch immer ungelöst: Woher stammt der Käfer aus dunklem Harz, der dem Pharao im Jahre 1323 v. Chr. auf seine Reise ins Totenreich mitgegeben wurde? Carter hält es für Bernstein.

Die Zeitgenossen lästern. Ein Skarabäus aus Bernstein? Vor 3300 Jahren? Gold gab es im benachbarten Nubien reichlich. Aber Bernstein? Womöglich noch von der fernen Küste der Ostsee? Das würde bedeuten, dass Kontakte und Handelswege zwischen den entgegengesetzten Enden der damals bekannten Welt existierten. 4000 Kilometer liegen zwischen den Fischern des Baltikums und dem Pharao von Ägypten – undenkbar.

Legendäre Stadt bei München

Eine geheimnisvolle Sage hilft, das Rätsel der Grabkammer zu entschlüsseln. In Süddeutschland wird im 19. Jahrhundert eine fantastische Überlieferung aufgezeichnet: In Bernstorf, nördlich von München, liege eine versunkene, einst unermesslich reiche Stadt.

Der Münchner Hobbyarchäologe Manfred Moosauer kennt den alten Text und hält die Sage für wahr. Tatsächlich findet er die vor 3300 Jahren größte Befestigung nördlich der Alpen, also aus der Zeit des Pharaos Tutanchamun, und ungeheure Schätze: das älteste Krondiadem Mitteleuropas aus purem Gold. In einer Reinheit, wie es in den nubischen Minen vorkommt. Doch der spannendste Fund gibt den Wissenschaftlern die größten Rätsel auf.

Neben 30 unbearbeiteten Bernsteinstücken werden zwei sorgfältig gravierte Bernsteine freigelegt. Ein Siegel trägt mykenische Schriftzeichen. Die Wissenschaftler sind fassungslos, viele von ihnen halten die Funde Moosauers bis heute für eine Fälschung. Die eingeritzte Abbildung eines Gesichts auf dem anderen Bernstein erinnert an die Goldmaske von König Agamemnon aus Mykene.

Untersuchungen zeigen, dass die Bernsteine aus dem Baltikum stammen. Das könnte ein Hinweis auf eine Verbindung zwischen unseren Küsten und Mykene vor dreieinhalbtausend Jahren sein – als das versunkene Bernstorf möglicherweise ein Knotenpunkt zwischen Ostsee und Mittelmeer war.

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