Film-Update

Das Leben des Brian: 10 verrückte Fakten zum Kultstreifen

"Das Leben des Brian" von Monty Python gilt als Kultsatire. Wir haben zehn Fakten zum Film, die du noch nicht kennst.

Das Leben des Brian
Das Leben des Brian: 10 verrückte Fakten zum Kultstreifen Foto: Männersache

"Das Leben des Brian" = Kultstreifen

"Zur Kreuzigung? Aus der Tür, linke Seite. Jeder nur ein Kreuz bitte. Nächster." - das ist nur ein Dialog aus "Das Leben des Brian", der einer dieser Filme ist, die man entweder liebt - oder aufgrund seines ganz speziellen Humors nicht ausstehen kann.

Die Gags sind absurd bis genial, in Teilen zutiefst britisch und am Ende hören wir "Always look on the bright side of life". Ein Film, der den religiösen Fundamentalismus persifliert. Das ist, ob man will oder nicht: großes Kino.

Satire, Komödie, Gesellschaftskritik

Die kluge Gesellschaftssatire von 1979, in der es um Brian geht, der als Zeitgenosse Jesu in Judäa fälschlicherweise für einen Messias gehalten wird, gilt als eine der besten seiner Spezies.

Der sechsköpfigen Komikertruppe Monty Python (Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin) bescherte der Film nach "Die Ritter der Kokosnuss" einen riesigen Erfolg - und viel, viel Kritik seitens religiöser Gemeinschaften.

"An den Protesten vor dem Premierenkino nahmen alle etablierten Kirchen teil. Protestanten, Katholiken, die jüdische Gemeinde gleich zweimal, ich glaube, es waren sogar Calvinisten dabei", erzählte Monty Python John Cleese später.

Mit den folgenden zehn Fakten kannst du beim nächsten Filmabend (und auch sonst) angeben.

10 Fakten zu "Das Leben des Brian"

1. In "Monty Python's Life of Brian" (Originaltitel) werden so einige religiöse Witze gerissen. Tatsächlich bleibt Jesus aber verschont. 

Und zwar nicht aus Ehrfurcht, sondern vielmehr aus praktischen Gründen: Niemand glaubte, dass die Worte oder Taten Jesu eine Verspottung rechtfertigten. Oder wie Schauspieler Eric Idle begründete: "Er ist nicht besonders lustig".

Ohne George Harrison hätte es den Film nie gegeben

2. "Das Leben des Brian" hätte es fast nicht gegeben. EMI wollte den Film übernehmen, doch als der Chef, Lord Bernard Delfont, das Drehbuch liest, zieht er das Angebot zurück. Der Film sei "obszön" und "frevlerisch" und nicht "im Interesse des EMI-Images".

Kein Geringerer als Beatles-Gitarrist George Harrison finanzierte als Monty-Phyton-Fan mit vier Millionen Dollar die Satire. Terry Jones bezeichnete die großzügige Geste als "die teuerste Kinokarte aller Zeiten".

Die Komikertruppe trat nach Harrisons Tod bei einem ihm zu Ehren organisierten Konzert 2002 in der Royal Albert Hall auf.

3. Aufgrund der vorab polarisierenden Meinungen und Proteste, brauchte "Das Leben des Brian" keine aufwendigen Werbekampagnen. Die Zuschauer kamen auch so ins Kino.

4. Der Film wurde in Tunesien gedreht, wo die Crew teilweise noch die Kulissen und Requisiten von Franco Zeffirellis "Jesus von Nazareth" nutzen konnte.

Was "Das Leben des Brian" & "Stars Wars" gemeinsam haben

5. Die Bergpredigt und die Kreuzigung am Ende des Filmes wurde in Matmata südlich von Gabès sowie in den Hügeln von Djebel Dahar gefilmt - derselbe Drehort für einige "Star Wars"-Szenen. In der Nähe liegt die Stadt Tatouine, Namensgeberin für Luke Skywalkers Heimatplaneten Tatooine.

6. Monty Pythons Graham Chapman war Arzt, bevor er sich der Komödie zuwandte. Chapman soll tagsüber vor der Kamera gestanden und abends die Crewmitglieder, Statisten und Darsteller, wenn nötig, behandelt haben.

7. Singapur, Irland, Norwegen, Südafrika, Oman, Malaysia und Bhutan haben den Film verboten. In Irland galt er bis 1987 als blasphemisch.

Ohne den Film gesehen zu haben, veranlasste der Stadtrat im britischen Devon ein Verbot des Films in seinem Distrikt mit der Begründung: "You don’t have to see a pigsty to know that it stinks" - sprich: "Man braucht keinen Schweinestall zu sehen, um zu wissen, das er stinkt".

In Nordrhein-Westfalen durfte der Film bis 2017 nicht an Karfreitag in den Kinos gezeigt werden.

8. Zum Zeitpunkt der Produktion des Films lebte Schauspieler Graham Chapman alias Brian in den USA. Aus steuerlichen Gründen durfte er nie länger als 24 Stunden in England sein.

Da die Satire zum größten Teil in Tunesien gedreht wurde, stellte das kein Problem da - bis zur UFO-Szene, die in London gedreht wurde. Also flog Chapman nach England, eilte zum Set, verbrachte mehrere Stunden im Raumschiff und verließ das Land nach einem Tag wieder.

Die Fensterszene

9. In der Fensterszene, die den nackten Brian zeigt, drehte die Crew mit tunesischen Statisten. Das Problem: Die meisten von ihnen waren alle muslimischen Glaubens und für die Frauen war es daher ein No-go, Graham Chapman in seiner ganzen Pracht zu sehen.

Chapman erinnerte sich: "Als ich die Fensterläden öffnete, lief die Hälfte der Menge schreiend davon. Das hatte tiefgreifende Auswirkungen auf meine Psyche."

10. Graham Chapman stirbt 1989 mit nur 48 Jahren an Krebs. Beim Trauergottesdienst war John Cleese der erste Trauerredner, der das Wort "fuck" benutzte. Zum Schluss sangen alle übrigen Monty Pythons noch einmal ihr Lied: "Always look on the bright side of life".