Ausgevögelt "Der stille Frühling" kehrt erneut zurück

Michael | Männersache 17.03.2018
Toter Singvogel
© iStock/GlobalP

Ach, wie sehnsuchtsvoll schmachten wir zurzeit nach dem Frühling: Licht, Wärme, Vogelgezwitscher. Dazu ein nettes Feierabend-Getränk, draußen im Biergarten unserer Wahl. Das Leben, es ist schön.

Zumindest auf die adäquate Beschallung auf dem Land müssen wir in diesem Jahr (und möglicherweise allen Folgenjahren) aber weitestgehend verzichten! Grund: Vogelsterben. Ja, wo sind sie denn, die kleinen Piepmätze?

Letztes männliches Nördliches Breitmaulnashorn verstorben

Letztes männliches Nördliches Breitmaulnashorn gestorben

Antwort: Verreckt! Abgekratzt, tot, weil der Mensch ihnen den Lebensraum nimmt, Feld und Wiesen mit Pestiziden vollpumpt und den ländlichen Lebensraum in eine monokulturelle Agrarwüste mutieren lässt.

Zu diesem zugegebenermaßen rhetorisch krass formulierten Ergebnis kommen Studien europäischer Naturschützer. Allein in den letzten 15 Jahren ist die Zahl der Feldvögel um ein Drittel zurückgegangen.

"Hell is here"

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Einige Arten betrifft es sogar noch deutlich härter. Zwei Drittel aller Ortolane sind bereits verschwunden, der Wiesenpieper hat desaströse 70 Prozent seines Gesamtbestandes eingebüßt und die Zahl an Rebhühnern ist um 80 Prozent zurückgegangen.

Benoit Fontaine, Biologe am Nationalen Museum für Naturgeschichte spricht denn auch von einer echten ökologischen Katastrophe. Der Schwund der Feldvögel betrifft nicht nur Deutschland. Auch in Spanien, Großbritannien und 26 weiteren europäischen Ländern ist der Bestand um mehr als die Hälfte geschrumpft.

 

Vogelsterben – Wer ist schuld am Stillen Frühling?

Der Grund ist die in den letzten Jahrzehnten massiv intensivierte Landwirtschaft. Mittlerweile bringen die europäischen Landwirte insgesamt 75.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel aus. Pro Jahr.

Dabei sterben Kiebitz, Feldlerche und Grauammer weniger durch direkten Kontakt mit den Pestiziden. Vielmehr vernichten jene massenhaft Insekten – die Nahrungsgrundlage der Feldvögel.

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Die Flurbereinigung tut ihr Übriges. Feldwege und –raine sind verschwunden oder werden auch noch beackert. Wertvolle Biomasse wird abgemäht, Wildkräutern wird mit Herbiziden zu Leibe gerückt. Hecken werden zu Tode gestutzt oder gleich ganz entsorgt.

Der Mensch hat’s genommen, er kann es auch wieder geben. Erste Ansätze sind vorhanden und zeitigen den gewünschten Effekt. Es ist also nur eine Frage des Wollens.

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Wollen wir die hinterletzte Ackerfurche intensivst nutzen, oder lassen wir ein wenig Raum für die echte Natur? Es ist unser aller Entscheidung.

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