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Coronakrise: Elon Musk lobt schwedischen Weg

Elon Musk ist Exzentriker. Und Geschäftsmann. Dieser Kombination entspringt wohl das Lob für Schweden, das in der Corona-Krise alles anders macht, als der Rest der Welt.

Elon Musk
Elon Musk Foto: Getty Images / Wil R / Star Max

Der Reiz des Sonderweges

Er ist schon immer seinen eigenen Weg gegangen: Elon Musk. Vielleicht findet der US-amerikanische Unternehmer deswegen so viel Gefallen am schwedischen Sonderweg durch die Coronakrise: Weil er einfach anders ist.

Schweden hat - im Gegensatz zu allen anderen europäischen Staaten - keinen Lockdown vollzogen, als die Zahl der Infizierten weltweit stieg.

Cafes und Restaurants blieben offen, es wurden weder Kontaktbeschränkungen noch Maskenpflicht ausgerufen. Das skandinavische Land setzte auf Freiwlligkeit und die Vernunft seiner Bewohner.

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Durch Zahlen bestätigt?

Tatsächlich sind die schwedischen Zahlen vergleichbar mit den Deutschen, sogar etwas besser. War also der Lockdown ein Fehler? Seit einiger Zeit wird darauf hingewiesen, dass es die meisten Toten in schwedischen Altenheimen gab. Hat das Land seine Alten und Schwachen geopfert, um die Wirtschaft am Laufen zu halten?

Wer den Human-Faktor eiskalt abstellen kann, kommt auf folgende Rechnung: Herdenimmunität für die, die noch arbeiten und Steuern zahlen, Tod für die, die nichts mehr einbringen und durch Rente und Krankheiten nur noch Kosten verursachen. Eine zynische und menschenverachtende Rechnung.

Wissenschaftler gegen Lockdown

Bei Elon Musk klingt das dann in etwa so: "Ja, es war ein Fehler, Pflegeheime nicht genug zu schützen (passiert in vielen Ländern). Dennoch war es meiner Meinung nach richtig: Herdenimmunität für große Teile der Bevölkerung und Gefährdete schützen."

Wer hat nun aber letztendlich recht? Immer mehr Wissenschaftler tun sich zusammen, um in Petitionen wie beispielsweise der "Great Barrington Declaration" zu fordern: "Wer nicht schutzbedürftig ist, sollte sofort wieder ein normales Leben führen dürfen." Staatlich angeordnete Lockdowns hätten "verheerende Auswirkungen auf die kurz- und langfristige öffentliche Gesundheit."

Abwarten und auswerten

Es sei sogar nicht auszuschließen, dass ein Lockdown, mit all seinen Folgeerscheinungen, für mehr Tote verantwortlich sein könne, als die Gefahr durch das Virus selbst.

Haben also etliche Wissenschaftler, der Staat Schweden und Elon Musk recht, wenn sie das Mittel des Lockdowns kritisieren und dessen Wirksamkeit anzweifeln? Um das zu beantworten, bleibt wohl nur, weiterhin die Welt im Allgemeinen und Schweden im Besonderen zu beobacten und zu vergleichen, bis die Pandemie wieder abgeklungen ist.