Corona-Update

Corona-Leaks: Mitarbeiter des Innenministeriums stuft Virus als "Fehlalarm" ein

Gegen den Mann, der zudem massive Kritik an Bundeskanzlerin Merkel übte, wurde mittlerweile ein Arbeitsverbot verhängt. Der Grund: Er stuft das Coronavirus als "Fehlalarm" ein!

Zeitungsschnipsel mit der Aufschrift Coronavirus
Das Coronavirus bestimmt seit Monaten die Schlagzeilen (Symbolbild) Foto: iStock / Professor25

Corona-Rebell Stephan Kohn

Stephan Kohn heißt der Mann, der mit einem 83 Seiten langen Papier zur Corona-Pandemie für jede Menge Furore sorgte – und seinen Arbeitsplatz im Bundesinnenministerium (BMI) in Gefahr gebracht hat.

In dem geleakten Dokument stuft Kohn das Coronavirus als "globalen Fehlalarm" ein, außerdem fordert er eine "gesonderte Untersuchung" zur Rolle von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Krise.

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Kohns Kritik

Kohn, seines Zeichens SPD-Mitglied, hatte das Papier einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge mit dem Briefkopf des Bundesinnenministeriums an Kollegen geschickt und damit den Eindruck erweckt, es handele sich um ein offizielles Gutachten. Das BMI revidierte dies und sprach von einer reinen Privatmeinung des 57-Jährigen.

Diese Privatmeinung umfasst die Annahme, dass die Schäden durch die von der Regierung getroffenen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus deutlich höher seien als der Nutzen selbiger. Der Staat habe laut Kohn "in geradezu grotesker Weise versagt".

Außerdem sehe er in der Rolle der Kanzlerin während der Corona-Krise zu wenig Transparenz, und die Medien würden jegliche ihrer Aktivitäten kritiklos annehmen und damit das Gemeinwesen gefährden.

Disziplinarverfahren

Gegen Stephan Kohn, der im Referat für den "Schutz kritischer Infrastrukturen" des BMI tätig war, wurde ein Disziplinarverfahren eröffnet. Seiner Arbeit darf er vorerst nicht mehr nachgehen.

Die Möglichkeiten der Konsequenzen für ihn reichen von einer Rüge bis zur Entfernung des Beamtenverhältnisses. Er selbst hat sich noch nicht zu dem Fall geäußert.