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Corona-Update

Corona-Schock: Impfstoff gegen Flucht-Mutationen unwirksam?

Unter Experten wächst die Angst, dass das Coronavirus sogenannte Flucht-Mutationen ausbildet, die es gegen eine Impfung immun machen.

Coronavirus-Spike-Protein
Die grassierenden Mutationen des Coronavirus machen den Experten große Sorgen (Symbolbild) Foto: iStock / Design Cells

Angst vor Flucht-Mutationen

Diverse Corona-Mutationen bereiten den Medizinern weltweit Sorgen, darunter die britische Variante B.1.1.7 sowie zwei Virenlinien aus Südafrika (B.1.351) und Brasilien (P1). Dabei stand bislang vor allem die vermeintlich erhöhte Infektiosität der mutierten Corona-Typen im Vordergrund. Es geht jedoch noch eine weitere Gefahr von ihnen aus.

So befürchten Experten laut einem Bericht des Focus, dass die neuen Virusvarianten sogenannte Flucht-Mutationen ausbilden. Damit gemeint sind Veränderungen der Erbsubstanz, die bewirken, dass die menschliche Immunantwort umgangen wird. Die mögliche Folge: Der Immunschutz von Menschen, die eine Covid-19-Erkrankung durchlebt haben, wird abgeschwächt bzw. unwirksam. Das Gleiche kann auch für eine Impfung gelten.

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E484-Mutation

Forscher der University of Michigan in Seattle haben untersucht, wie sich verschiedene Mutationen auf die Bindung von Antikörpern aus dem Blutserum genesener Corona-PatientInnen auswirken. Dabei sind sie zu folgendem Ergebnis gekommen: "Die Stelle, an der Mutationen den größten Effekt auf die Antikörper-Bindung und Neutralisation haben, ist unglücklicherweise E484 – der Ort, an dem mehrere aktuelle Coronavirus-Varianten eine Mutation tragen."

So weisen laut den Wissenschaftlern sowohl die südafrikanische als auch die brasilianische Corona-Variante diese E484-Mutation auf. Die Versuche zeigten eine um das Zehnfache verringerte Wirkung der Antikörperseren.

Antigen-Drift bzw. Antigen-Evolution

Nun heißt das nicht zwangsläufig, dass Impfstoffe oder die natürliche Immunantwort zehnmal weniger wirksam sind, weil Menschen viele verschiedene Antikörper produzieren, die sich nicht nur gegen eine einzige Stelle des viralen Proteins richten. Bei einigen Proben gab es auch kaum Beeinträchtigungen des Immunschutzes durch die E484-Mutation.

Die Forschungsergebnisse belegen jedoch, dass das Coronavirus bereits erste Flucht-Anpassungen gebildet hat – vor allem dort, wo die Bevölkerung zumindest teilweise immunisiert ist. Hier setzen sich dann die Mutanten durch, die sich dennoch weiter ausbreiten können. In diesem Fall sprechen Experten von einer Antigen-Drift bzw. Antigen-Evolution.

Sollte das Coronavirus zukünftig weitere Flucht-Mutationen ausbilden, könnte das zur Folge haben, dass die Impfstoffe häufiger angepasst werden müssen. Alternativ würde es wohl verstärkt zu Reinfektionen kommen können.