Corona-Update

Corona-Hilfssheriffs: Erstes Bundesland will Polizeifreiwillige ausbilden

Die CDU fordert im baden-württembergischen Landtag, dass die Polizei im Kampf gegen die Corona-Pandemie von ausgebildeten Freiwilligen unterstützt wird.

Spezialeinsatzkräfte auf der Straße
Freiwillige Polizeidienstler sollen bei der Eindämmung der Corona-Pandemie helfen (Symbolbild) Foto: iStock / Mihajlo Maricic

CDU fordert Polizeifreiwillige

Um die Zahl der Corona-Neuinfektionen zu reduzieren, möchte die CDU in Baden-Württemberg auf die Hilfe von rund 670 ehrenamtlichen Polizeihelfern zurückgreifen.

"Polizeifreiwillige könnten vor Ort auf den Straßen und Plätzen auf die Menschen zugehen und sie von der Notwendigkeit der neuen Corona-Kontaktbeschränkungen überzeugen", wird Thomas Blenke, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im baden-württembergischen Landtag, in einem Bericht der Bild zitiert.

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Personelle Engpässe

Für eine flächendeckende Kontrolle der Einhaltung von Corona-Regeln in den Städten und Gemeinden fehlen Polizei und Ordnungsamt das Personal. Die Aufgabe, Menschen an die Maskenpflicht und das Abstandsgebot zu erinnern, könnten laut CDU jedoch auch freiwillige Helfer übernehmen.

In "normalen" Zeiten kommen Polizeifreiwillige beispielsweise bei Veranstaltungen oder Promotion-Aktionen zum Einsatz, um personelle Engpässe auszugleichen. Für den Laien ist dabei nicht zu erkennen, ob er vor einem "echten" Polizisten oder einem Ehrenämtler steht, beide tragen Uniform und Dienstwaffe.

Kritische Stimmen

In Baden-Württemberg gibt es den freiwilligen Polizeidienst als Reserve bereits seit 1963. Die Grundausbildung dauert 84 Stunden, auf die jährliche 18 Stunden Fortbildung kommen. Gefahren sollen Polizeifreiwillige bei ihren Einsätzen nicht ausgesetzt werden.

Genau hier sehen die Kritiker des Vorstoßes allerdings Probleme. So sprach sich u. a. Hans-Jürgen Kirstein, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), dagegen aus, weil bei der Kontrolle der Einhaltung von Corona-Regeln die Anwendung unmittelbaren Zwangs nötig sein könnte. "Das kann kein Hobbypolizist machen", so Kirstein.

Auch die Grünen halten nichts von Corona-Hilfssheriffs, wie ihr innerpolitischer Sprecher Uli Sckerl verdeutlicht: "Die Kontrollen erfordern Fingerspitzengefühl, besondere Schulung und Qualifikation, sowie auch Befugnisse, insbesondere was das Verhängen von Bußgelder betrifft. Insofern glauben wir, dass bei Kontrollen der Einsatz von breit ausgebildeten, hauptberuflichen Polizeibeamten und -beamtinnen vorzuziehen ist."