Corona-Update

Corona: Chef will Geimpften fristlos kündigen

Die Corona-Pandemie hält die Welt auch im neuen Jahr weiter fest im Griff, das Zauberwort heißt: Impfung. Zumindest für die meisten Menschen.

Mann lässt sich impfen
Ein Mann lässt sich impfen (Symbolbild) Foto: iStock / simarik

Firmenchef droht Angestellten

Während die Nation darüber diskutiert, ob für Geimpfte Corona-Beschränkungen aufgehoben werden sollten, geht der Chef eines Dachdecker-Unternehmens einen anderen Weg: Wer sich impfen lässt, wird gefeuert.

Diese ungewöhnliche Maßnahme begründet er wie folgt: "Wir lehnen Experimente mit der Leistungsfähigkeit unseres Unternehmens zugunsten der Pharmaindustrie ab."

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Die Logik des Gesagten

Denn, so seine Logik: Das Impfen der Angestellten gefährde "die Stabilität der Prozesse im Unternehmen". Die Frage, die sich nach dieser Logik unwillkürlich stellt, ist: Wie stabil laufen die Prozesse im Unternehmen weiter, wenn sich Teile der Belegschaft mit Corona infizieren?

Inzwischen ist der Facebook-Post mit besagter Nachricht zwar wieder gelöscht, in einem weiteren Post legt der Chef des Betriebs jedoch noch einmal nach: "Wir leben gerade in einer Zeit, wo alles ohne zu hinterfragen hingenommen wird. Alte und wehrlose Menschen werden teilweise ohne fachliche Aufklärung geimpft und das, ohne wirklich zu wissen was dieses mit dem Menschen macht."

In der Blase gefangen

Zumindest letzterer Punkt kann allerdings bereits beantwortet werden, denn aller Voraussicht nach immunisiert es die Geimpften gegen das Virus und damit eine Covid-19-Erkrankung.

Mit Sicherheit kann dagegen festgehalten werden, dass eine Nicht-Impfung die Chancen, sich Corona einzufangen, deutlich erhöht.

Selbstwiderlegung

Ohnehin ergeben sich einige Widersprüche in der Argumentationskette. Das Unternehmen schließt seine Statements mit einem weiteren Post, in dem es (tatsächlich komplett in Versalien) heißt: "NIEMAND HAT DAS RECHT JEMANDEN GEGEN SEINEN WILLEN EINE IMPFUNG ZU VERWEHREN UND SCHON GARNICHT EINE IMPFUNG ZU ERZWINGEN!"

Mit dieser Begründung aber kann die Geschäftsleitung ihren Angestellten die Impfung nicht verwehren und schon gar nicht mit der Kündigung drohen – ein Gebaren, das vor Gericht ohnehin hinfällig wäre, wie Anwälte bereits klargestellt haben.

Fazit

Der Vorstoß des Dachdecker-Betriebs scheint verfrüht, denn gerade zu diesem Beruf gehört zwangsläufig eine körperliche Fitness, die zur Folge hat, dass sich alle Angestellten in der Impfgruppe wiederfinden dürften, die ganz zum Schluss zum Termin gebeten wird.

Eines zeigt diese Episode jedoch ganz deutlich: Nicht nur mehr Impfstoff muss organisiert werden, es bedarf auch noch deutlich mehr an Aufklärungsarbeit, was genau Corona ist und welche Konsequenzen eine Infektion bedeutet.