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Corona: Briten beginnen mit den ersten Impfungen

Großbritannien schafft Fakten und beginnt schon nächste Woche mit den ersten Corona-Impfungen.

Boris Johnson mit Schutzmaske, -brille und Impfstoff
Boris Johnson mit Impfstoff Foto: Getty Images / WPA Pool

Briten auf Speed

Die Briten drücken aufs Tempo: Nachdem erst vor kurzem überhaupt der erste Impfstoff vorgestellt wurde und sich nun die ersten Vakzine im Prüfverfahren um eine Notzulassung befinden, hat Downing Street No. 10 bereits Fakten geschaffen, den Impfstoff von Biontech als unbedenklich durchgewunken und Impfzentren eingerichtet.

800.000 Dosen sind bereits ausgeliefert, bis Jahresende sollen etliche Millionen folgen. Heute ist Freitag, der vierte Dezember, am Dienstag (achter Dezember) soll es losgehen. Uff!

So schnell ist Kontinentaleuropa nicht. Hier wird noch ausführlich auf die Beantragungen der Impfstoffe auf Zulassung geschaut und es wird, so versichern Experten, keine Schnellschüsse geben. Sicherheit geht vor Schnelligkeit, auch inmitten der Pandemie und einer Corona-müden Welt.

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Besseres Prüfsystem?

Natürlich sei auch auf der Insel alles in bester Ordnung und niemand in Gefahr, beeilen sich Mediziner im Auftrag der Regierung Johnsons zu versichern. Man habe alles sehr genau unter die Lupe genommen und einfach ein effektiveres und damit besseres Prüfsystem als der Rest Europas.

Das klingt allerdings ein wenig wie das Pfeifen im Walde. Es könnte tatsächlich so sein, dass die Eile, um das Wort Hektik zu vermeiden, eher dem Umstand geschuldet ist, dass die Briten in Europa am heftigsten von Corona betroffen sind.

Horrorzahlen in Großbritannien

Das liegt daran, dass Boris Johnson den Beginn der Pandemie schlichtweg nicht ernst genug genommen und – genau wie Donald Trump in den USA – damit verschlafen hat – mit bösen Konsequenzen für die Einwohner Großbritanniens.

Während Deutschland mittlerweile etwa 18.000 Covid-19-Tote zu vermelden hat, sind es bei den Briten mehr als dreimal so viele. Offiziell gibt die Regierung 60.000 Tote zu Protokoll, Experten gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte.

Bürger als Versuchskaninchen

Und so ist die unbändige Eile der Regierung zu verstehen. Sie kann nur noch darauf setzen, dass der Impfstoff tatsächlich wirkt und ausreichend sicher ist, um ihren Premier in Zeiten der Krise als Macher dastehen zu lassen und von den Versäumnissen vieler Offizieller abzulenken.

Für die Bevölkerung heißt das, Versuchskaninchen für Kontinentaleuropa zu spielen. Denn bis in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern das Prüfverfahren durch ist, haben die Briten das Serum schon wochenlang im Kreislauf.

Mal schauen, was dann passiert.