5.000 Euro Strafe Catch & Release: Peta zeigt Rapper Marteria wegen Tierquälerei an

Redaktion Männersache 06.02.2018
Catch & Release: Peta zeigt Rapper Marteria wegen Tierquälerei an
© Getty Images / Florian Ebener

Catch & Release - also fangen und freilassen - wird in der Anglerszene das Zurücksetzen eines Fanges genannt. Dem Rapper und passionierten Angler Marteria kam diese Methode nun teuer zu stehen.

Was in nahezu allen Ländern weltweit praktizierte Methode ist, kostete Rapper Marteria 5.000 Euro. Der leidenschaftliche Angler wurde von der selbst ernannten Tierrechtsorganisation Peta angezeigt, weil er einen Karpfen und eine Schleie freiließ, nachdem er diese gefangen hatte.

Der Rostocker Musiker postete ein Video seines Fanges auf YouTube (siehe weiter unten). Ein gefundenes Fressen für die militanten Tierrechtler, die das beliebte Hobby "Angeln" am liebsten gänzlich verbieten würden. 

Stein des Anstoßes: Das YouTube-Video des Rappers

Dabei reglementiert in Deutschland - ebenfalls ein Novum in Europa - der sogenannte Fischereischeines das Recht Angel zu gehen. In einem Kurs lernt der geneigte Angler den waidgerechten Umgang mit Tier und Natur. Am Ende wird erworbenes Wissen in einer Prüfung abgefragt.

Für die Tierrechtsorganisation, deren Transparenz, Organisation und Kontrolle des Vereins von Stiftung Warentest übrigens im Jahr 2013 als unzureichend bewertet wurde, offenbar zu wenig. Denn nicht zum ersten Mal erstattete die Organisation Anzeige gegen Angler.

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"Könnten Fische ihre Schmerzen durch laute Schreie ausdrücken, würde niemand mehr behaupten, Angeln sei ein sportliches oder gar friedliches Hobby", so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei Peta. 

Alexander Seggelke, Geschäftsführer des Deutschen Angelfischerverbandes, sieht das Ganze differenzierter:

Nach deutschem Gesetz geht man aus einem 'vernünftigen Grund' angeln, also um den Fisch zu verwerten, ihn zu essen oder ihn zu hegen. Es war aber immer schon gang und gäbe, einen Fang auch wieder 'zurückzusetzen'. Teilweise ist das sogar verordnet. Wenn Sie in Schonzeiten bestimmte Fische fangen, müssen diese sogar wieder zurück. Auch wenn die Fische noch zu klein sind oder man den Fisch aus Gründen der Hege schonen will.", so Seggelke gegenüber Welt.

Catch & Release: Andere Länder, andere Sitten

Übrigens: In einer Reihe von Nachbarstaaten geht man erheblich freizügiger mit Catch & Release um. Angeln wird in Schweden, Dänemark oder Holland als Freizeitsport betrachtet.

Das generelle Zurücksetzen von gefangenen Fischen wird dort durchaus als nachhaltiger Umgang verstanden. Angellizenzen können ohne vorherige Prüfung erworben werden. Mit dem Geld werden zum Beispiel Renaturierungsmaßnahmen finanziert - und das mit Erfolg.

So konnte man in Dänemark einen starken Anstieg der gefährdeten Lachspopulation nachweisen - trotz oder gerade wegen Catch & Release.

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