Hauptsache Schmerzen

Brutal Black Project: Das brutalste Tattoo-Studio der Welt

Ein Schmetterling am Knöchel oder ein Pfeil am Unterarm: Es gibt Tattoos, die gehen durch. Tattoos, die unauffällig sind, die manchmal auch nur des Erlebnisses wegen gemacht werden. Und dann gibt es Brutal Black Project, das Tattoo-Studio, bei dem der Name Programm ist: Brutal - mit einer reichlichen Portion Schmerz.

Im Brutal Black Project steht der Schmerz im Vordergrung
Im Brutal Black Project steht der Schmerz im Vordergrung Foto: Brutal Black Project/Facebook

Drei Tätowierer aus Italien haben sich zusammengetan, um ihre Leidenschaft für die schwarze Tinte auf ein neues und extremes Level zu bringen. Ihr Ziel ist es nicht, raffinierte und mehrdimensionale Motive auf die Haut ihrer Kunden zu zaubern, sondern ihnen möglichst viel Schmerz zuzufügen.

Und die Kunden kommen. Die masochistische Freude, sich in stundenlangen Sitzungen Tinte in den Körper stechen zu lassen, kennt bei einigen Menschen offenbar keine Grenzen. Das Ergebnis ist dabei im Grunde genommen Nebensache: der Weg ist das Entscheidende.

Brutal Black Project kennt keine Gnade

Die drei Italiener, Valerio Cancellier, Cammy Stewart und Phillip, sind selbstverständlich selbst bis an die Haarspitzen tätowiert – selbst die Augenlieder haben nicht bei allen die natürliche Hautfarbe beibehalten.

Ihr Studio befindet sich südlich von Mailand, im beschaulichen Städtchen Pavia. Der Kunde, oder Opfer, wie die Betreiber gerne ihre Besucher nennen, wird dort gleichzeitig von zwei Tätowierern rangenommen und bekommt entweder Kritzeleien oder so genannte Blackwork-Tattoos – großflächig schwarze und motivlose Tattoos – gestochen.

"Es wird dein Leben ruinieren", bewerben die Betreibe ihre Tätigkeit. Ist die Nadel erst einmal angesetzt, gibt es kein Zurück mehr. "Die Sessions können nicht wegen Schmerzen unterbrechen werden. Niemals!", zitiert tillate Cancellier.

Brutal Black Project: Die Schmerzen sind das Ziel

Jeder, der in das Brutal Black Project Tattoo-Studio kommt, weiß, worauf er sich einlässt: Schmerzen. "Schmerz ist vergänglich, Stolz bleibt für immer!", ist das Motto der Tinten-Künstler.

Extrem, schwarz, unwiderruflich – und kostenlos, wenn du mutig genug bist, dich auf den Tisch zu legen. Eine Sitzung kann gerne schon mal bis zu vier Stunden dauern. Inklusive Geschrei, Zähneknirschen und Blutvergießen.

"Ich geben einen Sch**ß auf Schmerz. Wenn du keinen Schmerz fühlst, dann bist du nicht am Leben." Ein weiteres Motto der Italiener, das sie offenbar mit ihren Opfern teilen. Die Sitzungen werden gefilmt und ins Internet gestellt; der Instagram-Account des Studios ist voller Bilder stolzer Überlebender der wohl brutalsten Tattoo-Sessions der Welt.

Brutale Schmerzen – brutale Emotionen

Im Grunde geht es den Brutal Black Project-Tätowierern doch nur um ein Gefühl, eine Emotion, die nur durch das Stechen von Farb-Pigmenten in die Haut erzeugt werden kann. Das brutale Ergebnis ist dabei nur eine Erinnerung daran, was man währende des Prozesses gelernt hat – was auch immer das ist.

Es geht darum, seine Grenzen auszuloten: "Wir wollen die Sache auf das Primitive runterbrechen – auf den Übergangsritus. Die Grenzen deines Inneren Selbst ausloten. Wie sehr willst du etwas wirklich? Kannst du bis zum Ende durchziehen?", erklärt Stewart.

In einer Gesellschaft, in der nichts von Dauer ist, ist das Tattoo der König unter den Statements. Das ist wohl das Geheimnis des Erfolgs – das und der Schmerz. Einen Rückzug gibt es nicht, ein Blackwork-Tattoo rückgängig zu machen ist unmöglich, die Laserbehandlung wäre mit unendlichen Narben und Schmerzen verbunden – aber ist nicht genau das der Sinn dieser brutalen Tattoos?