Glücksspiel-Manipulation Berlin: Radioaktiv markierte Spielkarten beschlagnahmt

Tim | Männersache 30.11.2017
Berlin: Radioaktiv markierte Spielkarten beschlagnahmt
© iStock / Edgar

Der Fall begann bereits im November letzten Jahres, als bei einer Routinekontrolle in einer Müllentsorgungsanlage bei Berlin eine erhöhte Radioaktivität an einem der Müllfahrzeuge festgestellt wurde.

In dem Wagen befanden sich ausgestanzte Teile von Spielkarten. Als die Behörden den Routenplan des Fahrzeugs zurückverfolgten und den Abfall untersuchten, stießen sie auf die Adresse einer 41-jährigen Frau aus dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Gemeinsam mit der Strahlenmessstelle der Senatsverwaltung für Umwelt und dem Landesamt für Gesundheitsschutz fand dann im November dieses Jahres eine Untersuchung aller Räumlichkeiten der Verdächtigen statt.

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Die Frau besitzt ein Restaurant, ein Klubcenter, eine Karaokebar, eine Wohnung und Verwaltungsräume. Bei dem Einsatz wurden insgesamt 13 runde Ausstanzungen aus Spielkarten mit radioaktiver Strahlungsmarkierung sichergestellt, wie es in einem Bericht von SPIEGEL ONLINE heißt. Angeblich fand die Markierung mit Jod 125 statt, ein Nuklid, das in der Medizin verwendet wird. Nach Polizeiangaben besteht lediglich bei direktem Kontakt Kontaminationsgefahr und das Gesundheitsrisiko war überschaubar: Auf einen halben Meter Abstand konnte keine Strahlung mehr gemessen werden, die die Grenzwerte ansonsten allerdings um das Achtfache überschritt.

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Es wird von offizieller Seite aus davon ausgegangen, dass anhand dieser Methode Glücksspiele manipuliert werden sollten. Mithilfe eines Strahlendetektors, der unter der Kleidung versteckt bleibt, kann man die markierten Karten erkennen und sich auf diese Weise einen Vorteil verschaffen. Ob die Karten tatsächlich zum Einsatz kamen, ist bislang nicht geklärt. Der 41-Jährigen drohen nun eine Geldstrafe und bis zu fünf Jahre Gefängnis wegen des Verdachts der Freisetzung ionisierender Strahlen.

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