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News-Update

Befohlene Corona-Partys: Mediziner fordert mehr statt weniger Kontakt

Drei Experten, vier Meinungen – so kommt es Otto Normalverbraucher dieser Tage vor. Corona dividiert, wie es scheint, auch die Medizin auseinander.

Ansgar Lohse
Ansgar Lohse Getty Images / Patrick Lux

Virologe fordert Corona-Partys

Ansgar Lohse ist ein angesehener Mediziner und Bereichsleiter des Universitätsklinikums Eppendorf, kurz UKE. Er hatte schon Ebola-Patienten aus Westafrika und auch andere schwere virologische Fälle vor Ort. Man sollte also davon ausgehen, dass dieser Mann weiß, wovon er spricht.

In der aktuellen Corona-Krise empfiehlt er nun allerdings das exakte Gegenteil von der bisherigen Vorgehensweise: Mehr statt weniger Kontakt untereinander!

Bekannte Denkweise

Seine Logik dahinter: Wenn junge Menschen sich extra dem Virus aussetzen, sind sie nach überstandener Krankheit immun gegen das Virus und können so die Hochrisikogruppen der Alten und Vorerkrankten nicht mehr gefährden.

Be- oder zumindest empfohlene Corona-Partys also? Das klingt ein wenig nach dem Formel-1-Rennstall Red Bull, die kurzfristig Pläne hatten, ihre Fahrer extra mit dem Virus zu infizieren, damit sie es überstanden hätten, wenn der Rennzirkus wieder seinen Dienst aufnimmt.

Ein Plan mit Risiken

Lohse gibt allerdings auch unumwunden zu, dass eine solche Vorgehensweise nicht ungefährlich sei. Auf der anderen Seite glaubt er nicht mehr daran, dass sich das Virus überhaupt noch eindämmen lässt:

„Es wird immer wieder aufflammen, und wir alle werden mehr oder weniger in den nächsten Monaten irgendwann das Virus zu sehen bekommen.“
Ansgar Lohse

Corona über alles?

Und er hat ein weiteres Argument auf seiner Seite: Andere Krankheitsbilder würden zurzeit maßlos vernachlässigt. Selbst Krebs-Patienten bekämen wichtige Termine abgesagt, weil sich die Krankenhäuser der Republik auf den Ansturm von Corona-Patienten vorbereiteten.

Statt also groß auf Abschottung und Isolation zu setzen, solle auf Immunität gebaut werden. Auch das Krankenhauspersonal solle diesen Weg gehen, um auszuschließen, dass sie Patienten anstecken.

Fazit

Dieses Gedankenspiel ist zwar provokant, hat aber auch gute Argumente in der Hinterhand. Was also tun damit? Die Politik, die ohnehin immer zwischen den Notwendigkeiten von körperlicher Unversehrtheit und wirtschaftlicher Stabilität pendelt, sollte sich zumindest die Sichtweise des Ansgar Lohse anhören.

Seit Dezember 2019 breitet sich das Coronavirus aus. Ausgehend von der chinesischen Millionenstadt Wuhan hat die Epidemie mittlerweile alle Kontinente erreicht. Bislang starben weltweit über 33.000 Menschen an der rätselhaften Lungenkrankheit, über 697.000 haben sich infiziert (Stand: 30. März 2020).

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