Die größten Fälschungen der deutschen Geschichte

Augusterlebnis: Die gefälschte Invasion

Wie das deutsche Volk vor dem ersten Weltkrieg belogen wurde.

Goldbaren
Goldbaren Foto: iStock / brightstars

Mit Gold beladene Autos

Die Falschmeldung verbreitet sich wie ein Lauffeuer – und verändert die Stimmung im ganzen Land. Am 3. August 1914 meldet der Regierungspräsident von Düsseldorf: 80 französische Offiziere, getarnt in preußischen Uniformen, hätten in zwölf mit Gold voll beladenen Autos die deutsche Grenze überquert – und befänden sich auf den Weg Richtung Russland, um dessen Kriegskasse aufzufüllen.

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Die Invasion sei ein weiterer Beweis dafür, dass Russland und Frankreich das Deutsche Kaiserreich angreifen wollten. Nur Stunden nach der Veröffentlichung dieser Falschinformationen bilden sich die ersten Mobs in Deutschland. Allein im August 1914 werden 28 Zivilisten von aufgebrachten Bauern an Straßensperren erschossen, weil man sie für die französischen Goldschmuggler hält.

Augusterlebnis

Im ganzen Land werden Menschen willkürlich zusammengeschlagen und getötet, weil man denkt, sie seien Spione. Die gefälschten Nachrichten wirken wie Benzin im Feuer der allgemeinen Hysterie und brennen sich in die Köpfe der Bevölkerung. Es entwickelt sich eine Art Pogromstimmung gegen Ausländer und ein kollektiver Kriegsrausch in der Bevölkerung. Innerhalb weniger Wochen können so eine Million Freiwillige als Soldaten mobil gemacht werden – das sogenannte "Augusterlebnis" geht in die deutsche Geschichte ein. Dabei gibt es keine Goldautos, das Kaiserreich ist nicht von Spionen unterwandert und auch ein Angriff Russlands steht nicht kurz bevor ...