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Arabische Milliardäre bestellen sich gigantischen Eisberg aus der Antarktis

Es klingt wie ein schlechter Scherz, aber die Vorbereitungen für ein irres Experiment laufen bereits auf Hochtouren. Eisberg voraus!

Eisberg im Schlepptau
So soll der Eisberg geschleppt werden. Foto: YouTube/National Advisor Bureau

Eisberg wird in Schlepptau genommen

Bereits seit zwei Jahren plant ein Milliardärs-Konsortium aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die allgemeine Trinkwasserknappheit dadurch zu überwinden, dass ein gigantischer Eisberg aus der Antarktis über knapp 9000 Kilometer Strecke an die Küste der Vereinigten Arabischen Emirate geschleppt wird.

Ideen, eine Meerwasser-Entsalzungsanlage zu bauen, wurden wieder verworfen, da sie zu kostenintensiv und zu umweltschädlich seien.

Der auserkorene Eisberg würde, so Berechnungen, genug Süßwasser beinhalten, dass er eine Million Menschen für fünf Jahre mit Trinkwasser versorgen könnte.

Testphase mit kleineren Eisbergen

In einer ersten Phase soll zunächst ein kleinerer Eisberg aus der Antarktis an die Küste von Südafrika oder auch Australien gezogen werden.

Die Kosten für diesen Test werden mit 80 Millionen US-Dollar veranschlagt. Wie hoch die Kosten für den "real deal" dann sein werden, steht noch nicht fest.

Das Problem, dass der Gigant dabei über den Äquator geschleppt werden muss, mithin also durch subtropische, tropische und dann wieder subtropische Regionen durchquert, scheint die Macher der irren Unternehmung nicht zu beunruhigen.

Oder sie haben einfach noch nicht davon gehört, das Eis unter Einwirkung höherer Temperaturen zum Schmelzen neigt.

Eisbären, Pinguine und Kamele

So ehrbar die Überlegungen an sich auch sein mögen – wie kindlich naiv die Vorstellungen der Beteiligten sind, zeigt auch ein erstes Video, in dem sich auf besagtem Eisberg nicht nur mitabgeschleppte Pinguine tummeln, sondern auch Eisbären. Autsch!

Im aktuelleren Video (siehe unten) sind die Eisbären entfernt und die Pinguine "nur zur Illustration" hinzugefügt, wie sich die Macher beeilen zu erklären. Immerhin: Die Pinguine stehen dabei -logisch- auf Kamelen.

Neben dem Effekt der Trinkwasserversorgung versprechen sich die Macher des wahnwitzigen Projekts auch einen Effekt auf das Wetter der gesamten Region. Sie gehen davon aus, dass der Eisberg durch seine schiere Größe eine Art Mikroklima entstehen lassen könnte.

Trinkwasser, Mikroklima und Touristen

Schließlich ließe sich ein vor der Küste eines arabischen Landes liegender Eisberg sicherlich auch touristisch erschließen und würde, so die Hoffnung, Millionen von Touristen anlocken.

Bescheidenheit ist den Machern offensichtlich unbekannt, und so nennen sie das "Projekt Eisberg" im Video gleich zu Beginn "das größte Event der Menschheit seit der Mondlandung."

Na dann frohes Gelingen!

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