Bis heute gefährlich

Tödliches Geheimnis um "Tor zur Unterwelt" gelüftet

Das sogenannte "Tor zur Unterwelt", das in der heutigen Türkei steht, wurde von Wissenschaftlern bereits vor sieben Jahren wiederentdeckt. Nun scheint sein tödliches Geheimnis endlich entschlüsselt.

Antike Stadt Hierapolis, Türkei
Antike Stadt Hierapolis, Türkei Foto: iStock / FSYLN

Im antiken Römischen Reich glaubte man, dass die Höhle, die vor sieben Jahren von Archäologen der University of Salento entdeckt wurde, ein Tor zur Unterwelt sei.

Das unterirdische Bauwerk, das auf ein Alter von 2.200 Jahre geschätzt wird, befand sich seiner Zeit in einer Stadt namens Hierapolis im alten Phrygien, der heutigen Türkei. Experten zufolge war sie Ort zahlreicher ritueller Tiertötungen..

Der antike griechische Historiker Strabo (64 v.Ch. – 24 n.Ch.) schrieb über das "Tor zur Unterwelt":

"Dieser Raum ist voller Nebel, so dunstig und dicht, dass man den Boden kaum sehen kann. Jedes Tier, das [die Höhle] passiert, trifft der sofortige Tod."

Auch heute scheint die Höhle tödlich für Tiere zu sein: Archäologen fanden Vögel, die nahe dem Eingang erstickten, berichtet Science Alert.

Was ist da nur los? Der deutsche Vulkanologe Hardy Pfanz aus der Universität Duisburg-Essen führt die mysteriösen Ereignisse auf seismische Aktivitäten unter der Erde zurück. Er vermutet eine tiefe Spalte unterhalb der Region, die große Mengen an vulkanischem Kohlendioxid ausstößt.

Messungen ergaben, dass das Kohlendioxid eine Art "See" bildet, der 40 Zentimeter über dem Boden der Höhle liegt. Sonnenlicht und Wind helfen, das tödliche Gas zu zerstreuen.

Die Kohlendioxidkonzentration ist vor dem Morgengrauen am höchsten. Zur dieser Zeit wäre es auch für Menschen tödlich, das "Tors zur Unterwelt" zu betreten.