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Knallhart-Urteil für Deutschlands ältestes Betrüger-Paar

Wo andere schon zwanzig Jahre in Rente sind, starten diese beiden ihre Zweitkarriere als gewerbsmäßige Betrüger.

Altes Ehepaar
Altes Ehepaar (Symbolfoto) Foto: imago images / Westend61

Deutschlands älteste Betrüger

Natürlich können sie einem Leid tun, wie das so nun stehen: ohne Geld, ohne Freunde, verurteilt. Auf der anderen Seite kommt man auch nicht um die Tatsache herum, dass sie es sich selber angetan haben, im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte, trotz des hohen Alters.

Herbert B. ist 86, seine Frau Anne-Marie 87. Ihre Rente dürfte schmal sein, denn ausgekommen sind sie damit scheinbar nicht. Immer wieder leihen sie sich deshalb Geld von Freunden und Bekannten.

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30.000 Euro, acht Monate Haft

Zum Schluss sind es satte 30.000 Euro. Die können sie nicht zurückzahlen. Weil sie das zumindest ab einem gewissen Zeitpunkt hätten wissen müssen, so der Richter, verurteilt er sie in Abwesenheit zu acht Monaten Haft auf Bewährung. Noch kann das Ehepaar Widerspruch gegen das Urteil einlegen.

Aber das werden sie wohl nicht machen. Zu tief sitzt die Scham über das, was sie getan haben: "Es tut uns Leid, wir haben uns finanziell übernommen", gibt Herbert kleinlaut zu.

Die Betrüger werden betrogen

Und wofür haben sie das Geld genutzt? Herbert gibt Auskunft: "Viel Geld haben wir in die Modernisierung der Wohnung gesteckt. Und wir sind auch betrogen worden, am Telefon wurde uns immer wieder Gewinne aus der Türkei versprochen. Ich überwies dahin Geld."

Sicherlich ist letzterer Punkt eine jener schwer nachvollziehbaren Handlungen, die zumeist von älteren Mitbürgern getätigt werden, in dem Glauben, dass alles schon seine Richtigkeit hat.

Fast schon wieder anrührend

Für soviel Gutgläubigkeit möchte man das alte Ehepaar fast schon wieder in den Arm nehmen. Am Schuldenstand der Beiden ändert das allerdings nichts.

Die noch ausstehenden Rückzahlungen an ihre Gläubiger, die ehemals Freunde waren, stottern sie nun von ihrer Rente ab. Das geht also doch.