Mit "ey" am Ende American Whiskey – das Kultgetränk aus den USA

Redaktion Männersache 14.12.2017
American Whiskey
© GMVozd/iStock

Von der Schreibweise bis zum richtigen Genuss: Hier erfährst du, was du als (angehender) Whiskey-Experte über American Whiskey wissen musst.

Beginnen wir mit dem Wichtigsten: Wieso du in diesem Fall "Whiskey" und nicht "Whisky" schreibst. Die Unterschiede enden nämlich in Geschmack und Qualität, beginnen aber mit der richtigen Schreibweise. Typisch schottischen Whisky, aber auch kanadischen Whisky schreibst du mit "y" am Ende. Den echten American Whiskey schreibst du aber mit "ey" und erkennst somit auch ohne den Zusatz "American" sofort, woher dein Drink kommt.

 

American Whiskey: Die Fakten

Als American Whiskey werden alle Whiskey-Sorten bezeichnet, die aus den USA kommen. Diese können aus verschiedenen Zutaten bestehen:

  • Mais (Corn)
  • Roggen (Rye)
  • Gerste (Barley)
  • Weizen (Wheat)

Whiskey aus Weizen ist allerdings eher selten, während aus Mais der milde und süßliche und daher sehr beliebte Bourbon gewonnen wird. Für den Geschmack des Whiskeys sind außerdem drei Dinge verantwortlich:

  • das Wasser

Jede Whiskey-Brennerei verwendet ihr eigenes Wasser, oft aus nahegelegenen Quellen. Der Mineralgehalt und die Härte des Wassers können große Unterschiede im Geschmack ausmachen.

  • das Getreide

Die Basis des Whiskeys bildet eine Maische aus einer der genannten Getreidesorten. Diese wird mit Wasser und Hefe vermischt. Die genauen Mischverhältnisse und die Behandlung des Getreides bestimmen hauptsächlich, wie der Whiskey am Ende schmecken wird.

  • die Fässer

Die oft jahrelange Reifung hat ebenfalls einen starken Einfluss auf den Geschmack des American Whiskey und die Lagerung im Fass gibt dem Whiskey natürlich auch seine bekannte Farbe. Die Fässer bestehen aus amerikanischer Weißeiche und werden innen angeflammt - das gibt Röstaromen an den Whiskey ab, die im Abgang süßlich schmecken und an Vanille und Karamell erinnern. Eine Sonderform der Fass-Lagerung bildet das "Charcoal-Mellowing"-Verfahren. Holz vom Zucker-Ahorn wird ganz vorsichtig in Holzkohle umgewandelt. Der Whiskey fließt durch eine mehrere Meter dicke Schicht dieser Kohle und wird dabei gefiltert. Das gibt einen erdigen Geschmack, der trotzdem nicht ganz ohne eine gewisse Frische von Kräutern und Gras bleibt. Erfunden hat das Verfahren übrigens Jasper "Jack" Daniel, dessen "Jack Daniel's Old No.7" der wohl bekannteste Tennessee Whiskey der Welt ist.

 

Die Geschichte des American Whiskey

Die Wurzeln des American Whiskey reichen übrigens ganz schön weit zurück. Bis in das späte 18. Jahrhundert, als die ersten britischen, schottischen und irischen Siedler den Kontinent betraten. Diese ließen sich hauptsächlich im oft "Bourbon County" genannten Gebiet nieder, das heute aus den Bundesstaaten Kentucky und Tennessee besteht. Und genau diese Siedler brachten nebst guten Vorsätzen auch ihr Wissen um die Destillation von Getreide mit und legten damit den Grundstein für die Herstellung von American Whiskey.

Man unterscheidet übrigens zwischen "Single Barrel"-Whiskey, bei dem die gesamte Produktion aus einem einzigen (wirklich großen) Fass stammt und "Small Batch"-Whisky, der aus wenigen und meist kleineren Fässern stammt.

Bevor du tiefer in das Thema American Whiskey eintauchst, musst du außerdem die beiden grundlegenden Untertypen kennen: Straight Whiskey und Blended Whiskey. Es gibt zwar auch noch den sogenannten "Legal Moonshine Whiskey", manchmal auch "White Dog" genannt, der nur kurz gelagert wird und "Spirit Whiskey", der zu bis zu 95 Prozent aus ganz anderem Alkohol besteht. Die kommen in der Praxis aber kaum vor und fallen nicht unter die europäischen Bestimmungen, sind hierzulande also nicht oder nur schwer erhältlich.

 

American Whiskey - Straight und Blended

Whiskey aus Amerika trennt man in American Straight Whiskey und in American Blended Whiskey. Beide Sorten müssen, anders als zum Beispiel bei Scotch oder Cognac, in neuen Weißeichen-Fässern gelagert werden und dürfen nicht mehr als 80 Prozent Alkohol enthalten. Dafür gibt es in den USA auch spezielle Gesetze, die unter den "Standards of Identity for Destilled Spirits" festgehalten sind. Damit sich der Whiskey aber Straight Whiskey nennen darf, sind noch ein paar Dinge erforderlich:

  • mindestens 2 Jahre im Eichenfass gelagert (viele Sorten reifen aber auch 10 Jahre und länger)
  • muss zu mindestens 51 Prozent aus dem angegebenen Getreide bestehen (min. 51 Prozent Mais bei Bourbon Whiskey, 51 Prozent Roggen bei Rye Whiskey, etc.)
  • unvermischt (keine anderen Alkoholsorten)

Außerdem kannst du American Straight Whiskey noch unterteilen in:

  • Rye Whiskey (Roggen-Whiskey)
  • Bourbon Whiskey (Whiskey aus mindestens 51 Prozent und höchstens 80 Prozent Mais)
  • Tennessee Whiskey (wie Bourbon Whiskey, aber speziell gefiltert)
  • Corn Whiskey (Mais-Whiskey mit mindestens 79 Prozent Maisanteil)

Blended Whiskey ist letztlich einfach eine Mischung aus den Fässern verschiedener Brennereien. Das ist in den USA nicht sonderlich verbreitet - anders sieht es in Ländern wie zum Beispiel Schottland aus. Dort bestehen über 90 Prozent der gesamten Whisky-Produktion aus Blended Whisky.

 

Echter American Whiskey hat Südstaatenmentalität

Echter amerikanischer Whiskey stammt auch heute noch zum allergrößten Teil aus Kentucky und Tennessee, dem Bourbon County. Lediglich die bekannte A. Smith Bowman Brennerei hat ihren Stammsitz in Virginia, deren Whiskey 2016 bei den World Whiskies Awards in seiner Kategorie gewann. Jack Daniel's sitzt in Tennessee und in Kentucky produzieren Jim Beam und Tom Bulleit ihren American Whiskey. Natürlich gibt es mit der wieder zunehmenden Beliebtheit des Whiskeys auch Micro-Destillerien in steigender Zahl. Deren Einfluss auf den Markt ist aber überschaubar.

Als echter Genießer trinkst du American Whiskey, vor allem Straight Whiskey, natürlich pur – Cola oder Eis sind tabu.

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