Haushalt

Achtung: Das ist das gefährlichste Haushaltsgerät in jeder Wohnung!

Was tun, wenn der Toaster in Flammen steht? Oder die Ölpfanne Feuer fängt? Oder eine brennende Kerze außer Kontrolle gerät? Erste (Lösch-)Hilfe für zu Hause.

Moderne Küche
Moderne Küche Foto: iStock / Gladiathor

39 Prozent aller Brände im Haushalt entfachen in der Küche. Das Feuer kann durch menschliches Versagen oder durch den elektrischen Defekt eines Küchengerätes entstehen. Dabei wird jeder dritte Küchenbrand durch ein Elektrogerät, wie etwa den Toaster oder die Kaffeemaschine, verursacht.

Küchenbrand: in 2 Minuten Flammen ersticken

Aus einer kleinen Flamme kann schnell ein loderndes Feuer werden: In über 60 Prozent der Fälle greift das Feuer auf naheliegende Gegenstände über! Das heißt: Eine schnelle Reaktion und flotte Handlung ist ein Muss - in den ersten 2 Minuten kann man einen kleinen Brand oft noch selbst bändigen.

Was tun, wenn es in der Küche brennt?

  • Bei Fettbrand: Feuer mit Deckel ersticken. KEIN Wasser zum Löschen benutzen!
  • Bei Flammen im Toaster & Co: Strom abstellen bzw. Stecker ziehen! Dann Flammen mit einem Feuerlöschspray (oder mit einer Löschdecke) ersticken.
  • Bleibt der eigene Löschversuch erfolglos: Küche verlassen, Tür zuziehen und Feuerwehr rufen (112)!

Wie vermeide ich einen Küchenbrand?

  • Küchengeräte nicht unbeaufsichtigt lassen, wenn sie eingeschaltet sind. Gleiches gilt für Pfannen mit Öl bzw. heißem Fett.
  • Krümelschublade des Toasters regelmäßig leeren!
  • Bei Nichtgebrauch: Stecker ziehen!
  • Qualitativ gute Küchengeräte kaufen. Aber Achtung: Auch Markenartikel sind nicht feuerfest!
  • Rauchmelder in der Küche oder in der Nähe der Küche (z.B. im Flur) installieren.
  • Kleinen Feuerlöscher oder Feuerlöschspray und / oder Löschdecke griffbereithaben.

Welcher Feuerlöscher eignet sich für den Haushalt?

Wer einen Feuerlöscher bzw. ein sogenanntes Feuerlöschspray kauft, sollte auf die europäische Norm (EN 3 - tragbare Feuerlöscher) achten.

Auch ein Blick auf die 5 Brandklassen kann helfen:

  • Brandklasse A: brennende feste (meist organische) Stoffe, z.B. Holz, Kohle, Papier, Heu, Stroh - eignet sich für: Wohnzimmer, Kinderzimmer
  • Brandklasse B: brennende flüssige oder flüssig werdende Stoffe, z.B. Benzin, Wachs, Ethanol, Lack, Harz, Teer - eignet sich für: Werkstatt, Hobbyraum
  • Brandklasse C: brennende Gase, z.B. Butan, Methan, Propan, Erdgas, Wasserstoff, Acetylen
  • Brandklasse D: brennende Metalle
  • Brandklasse E: wurde abgeschafft; ursprünglich für Brände in elektrischen Niedrigspannungsanlagen vorgesehen (bis 1.000 Volt)
  • Brandklasse F: brennende Fette und Öle, sowie Frittier- und Fettbackgeräte - eignet sich für: Küche
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Welcher Feuerlöscher für welchen Brand?

Inzwischen gibt es zalhreiche Feuerlöschtypen. Für den Haushalt eignet sich am besten ein Fettbrandfeuerlöscher (z.B. für brennendes Öl in der Küche) und ein Schaumfeuerlöscher (für die restliche Wohnung). Ein Überblick:

  • Pulver-Feuerlöscher (mind. 6 kg): mit Flammbrandpulver (Brandklassen B und C) oder Glutbrandpulver (Brandklassen A, B und C) - das Pulver (ein Salzgemisch) liegt anschließend aber in der Wohnung rum; Möbel und Elektrogeräte werden nach dem Einsatz unbrauchbar
  • Wasser-Feuerlöscher: für Brandklasse A, teilweise auch B
  • Schaum-Feuerlöscher (mind. 6 Liter): für Brandklassen A und B (nicht für Metalle und Fette geeignet!)
  • Kohlendioxid-Feuerlöscher: nicht für den Haushalt geeignet, da Kohlendioxid für Menschen gefährlich ist
  • Fettbrand-Feuerlöscher: für Brandklasse F (Achtung: Dieser Feuerlöscher bekämpft zwar das Feuer, hinterlässt aber Rückstände...)

Feuerlöscher sollten alle 2 Jahre überprüft werden (von einem fachlichen Feuerlösch-Kundendienst), da sie nach der Zeit ihre Wirkung verlieren könnten.

Feuerlöschsprays für zu Hause

Eine praktische (und handlichere) Alternative sind Feuerlöschdosen bzw. Feuerlöschsprays. Sie fassen zwischen 580 ml und 800 ml Löschinhalt und sind meist für Brände der Brandklassen A, B und F (manche auch nur A und B - unbedingt darauf achten!) geeignet. Dabei empfehlen Experten, auf die Kennzeichnung DIN SPEC 14411 oder das GSS Siegel (geprüfte Sicherheit) zu achten. Feuerlöschdosen sind in der Regel bis zu 3 Jahre haltbar.

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