Frei 9 Anlässe für Sonderurlaub: Wann Arbeitnehmer Anspruch auf freie Tage haben!

Männersache 04.10.2018

Wann hat man Anspruch auf einen Sonderurlaub? Rechtsanwalt Markus Mingers über die Urlaubsrechte von Arbeitnehmern.

 

Sonderurlaub: Wann Arbeitnehmer Anspruch auf freie Tage haben

Im Bundesurlaubsgesetz (BurlG) ist der Urlaubsanspruch von Arbeitnehmern geregelt. Demnach stehen Vollzeit-Festangestellten (mind. 5-Tage-Woche) in Deutschland zwischen 20 und 30 Urlaubstage im Jahr zu - offiziell.

Wer einen Tarifvertrag oder besonderen Arbeitsvertrag hat, kann sogar die 30-Tage-Grenze sprengen. Das dürfte allerdings nur auf die wenigsten Arbeitnehmer zutreffen.

Neben Regelungen zum Resturlaub, Zwangsurlaub und unbezahltem Urlaub, gibt es auch gesetzliche Vorschriften, wann sogenannter Sonderurlaub beantragt werden kann.

Anwalt Markus Mingers, Inhaber der Kanzlei Mingers & Kreuzer (Köln), über die Gründe für Sonderurlaub.

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Was bedeutet Sonderurlaub, Herr Mingers?

Anlässe, aus denen Sonderurlaub genommen werden darf, sind zum Beispiel die eigene Hochzeit, die Geburt des Kindes oder der Todesfall eines nahen Angehörigen.

Auch bei Ladung zu einem Gerichts- oder Behördentermin oder die Pflege und Beaufsichtigung eines erkrankten Kindes oder dem eigenen Umzug sowie Arbeitsjubiläen darf Sonderurlaub beantragt werden.

Der Arbeitnehmer ist demnach aus einem persönlichen Grund, ohne eigenes Verschulden und für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit an der Arbeitsleistung verhindert.

Will ein Arbeitnehmer begründeten Sonderurlaub bei seinem Arbeitgeber beantragen, sollte er auf den Paragraphen 616 BGB ("Vorübergehende Verhinderung") verweisen, der den Anspruch auf Bezahlung sichert.

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Die genauen Umstände, die einen Sonderurlaub rechtfertigen, stehen nicht im Gesetzestext – zur Orientierung kann allerdings der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) helfen.

Wieviel Sonderurlaub darf rechtlich eingefordert werden?

Wie lang der Sonderurlaub sein darf, wird in Paragraph 29 TVöD erläutert: Ein Tag Sonderurlaub bei Geburt des Kindes, dem Umzug in eine andere Stadt aus betrieblichen Gründen oder 25-jährigen sowie 40-jährigen Arbeitsjubiläum.

Die schwere Erkrankung eines im Haushalt lebenden Angehörigen oder des Kindes kann Anlass für wenige Tage bis zu einem Jahr Sonderurlaub geben.

Bei einem zwingenden Arztbesuch, der nicht außerhalb der vereinbarten Arbeitszeiten stattfinden kann, ergibt sich der Sonderurlaub aus An- und Abfahrtzeiten plus Behandlungszeit.

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Wann kann ich wegen eines Todesfalls freigestellt werden?

Im Regelfall muss es sich bei der verstorbenen Person um ein nahes Familienmitglied handeln, somit der Verwandtschaft ersten Grades, z.B. Lebenspartner, Kind oder Elternteil.

Um den schweren Verlust zu betrauern, hat der Arbeitgeber Sonderurlaub zu gewähren. Wer mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen zwei freien Tage braucht, sollte an die verständnisvolle Seite des Arbeitgebers appellieren. Aus Kulanz kann er mehr Zeit gewähren.

Wieviel freie Zeit steht bei einer Hochzeit zu?

Der Hochzeitstag fällt ebenfalls unter den gesetzlich geregelten Sonderurlaub. Er beträgt in der Regel allerdings nur einen Tag – für längere Feierlichkeiten und Flitterwochen müssen Arbeitnehmer auf ihren gesetzlichen Urlaub zurückgreifen.

Neben der eigenen Hochzeit kann der Vorgesetzte auch für Jubiläen der Eltern wie der Silbernen oder Goldenen Hochzeit um Sonderurlaub gebeten werden.

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Hat man(n) einen Anspruch auf Sonderurlaub bei der Geburt des Kindes?

Väter können sich am Tag der Geburt einen Tag Sonderurlaub nehmen. Wie viele Tage sie auf ihren Urlaubsanspruch obendrauf für die Geburt Ihres Kindes erhalten, steht entweder im Arbeits- oder Tarifvertrag oder auch in der Betriebsvereinbarung. Mütter müssen den Sonderurlaub nicht beanspruchen, da sie aufgrund des Mutterschutzes ohnehin für sechs bis acht Wochen nach der Entbindung von der Arbeit freigestellt sind.

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