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56.000 Steine: Autistischer Junge baut Titanic aus Lego nach

Wir alle haben früher wohl gerne mit Legosteinen gespielt und unsere eigenen Objekte gebaut. Ein norwegischer Junge hat diesbezüglich das nächste Level eingeläutet.

Titanic aus Lego
Titanic aus Lego Foto: imago images / CordonPress

Ein Schiff aus Legos bauen

Brynjar Karl Bigisson ist heute 17 Jahre alt. Im Alter von drei Jahren entwickelte er eine Form von Autismus, die seine soziale Interaktion in der kommenden Zeit auf nahezu Null setzte.

Mit zehn Jahren schließlich, beschloss er, seinen Zustand für ein außergewöhnliches Projekt zu nutzen. Schon immer war er von Schiffen und der Seefahrt fasziniert. Und da Legosteine, bedingt durch die soziale Isolation, zu seinem Lieblingsspielzeug wurde, begann er, das eine mit dem anderen zu verbinden.

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56.000 Steine, 700 Arbeitsstunden

In seinem Fall bedeutete das: Nachbau der Titanic aus Legosteinen. Aus 56.000 Legosteinen, um genau zu sein:

„Es gab da dieses eine Schiff, von dem ich wirklich besessen war, und das war die Titanic. Ich hatte alles gelernt, was es über das Schiff zu wissen gab, und dann hatte ich eines Tages die Idee, es zu bauen“
Brynjar Karl Bigisson, Schiff- und Lego-Fan

Sein Großvater unterstützte ihn, indem er die Maße des Schiffes auf das Lego-Projekt umrechnete, seine Mutter organisierte eine Spendenaktion, mit der das Baumaterial finanziert wurde und irgend jemand stellte dem Zehnjährigen eine Halle zur Verfügung, in der er sein Projekt verwirklichen konnte.

Jeden Tag nach der Schule ging Brynjar Karl nun in diesen Halle, um an seinem Modell weiterzuarbeiten. Insgesamt kamen so 700 Arbeitsstunden zusammen, bevor das Projekt beendet war.

„Ich kam jeden Tag nach der Schule und werkelte elf Monate lang drei bis vier Stunden, bis ich schließlich mein Lego-Titanic-Modell fertig hatte“
Brynjar Karl Bigisson, Schiff- und Lego-Fan

Titanic wurde zum Rettungsboot

Nie fühlte er Einsamkeit in dieser Zeit, er war viel zu beschäftigt, sein Schiff zu bauen. Dann aber, nach der Fertigstellung des Modells, änderte sich sein Leben dramatisch. Er wurde immer wieder zu Interviews geladen und überwand so seine soziale Isolation.

Inzwischen hat er viele Freunde und hält sogar Vorträge über sein einmaliges Projekt. Der Weg in dieses neue Leben ist mittlerweile verfilmt worden. In der Dokumentation "How the Titanic became my lifeboat", übersetzt "Wie die Titanic zu meinem Rettungsboot wurde" wird seine Geschichte erzählt.

Der Film hatte im April 2020 Premiere, hier könnt ihr euch den Trailer dazu anschauen.