Müll-Update

20 Firmen sind für über 50 Prozent des weltweiten Plastikmülls verantwortlich

Eine Untersuchung hat zu Tage getragen, dass gerade einmal 20 Unternehmen für über 50 Prozent des weltweiten Plastikmülls verantwortlich sind.

Müll am Strand
Viel Müll landet auch in den Weltmeeren Foto: iStock / FabioFilzi

Kunststoff ist ein großes Problem in Bezug auf seine Umweltauswirkungen. Dies liegt daran, dass es nicht biologisch abgebaut wird und Tiere direkt oder durch Verschmutzung schädigen kann. Eine neue Studie hat die Gefahren der Verwendung von Plastik aufgezeigt und auch festgestellt, wer für das Problem verantwortlich ist.

Wer produziert den ganzen Plastik?

Die Untersuchung des The Plastic Waste Makers index ergab, dass das Öl- und Gasunternehmen ExxonMobil und das Chemieunternehmen Dow weitgehend für Kunststoffabfälle verantwortlich sind. Tatsächlich haben 20 Polymerhersteller 2019 55 Prozent aller Kunststoffabfälle produziert.

Neben ExxonMobil und Dow standen auch Unternehmen wie Sinopec, Indorama Ventures, Saudi Aramco, PetroChina und LyondellBasell auf der Liste. Insgesamt produzieren 100 Unternehmen 90 Prozent aller Einweg-Plastikmüll, so die Minderoo Foundation.

Die Studie untersuchte auch die Banken, die diese Verschmutzung finanzieren. Es stellt sich heraus, dass viele Banken an der Finanzierung der Umweltschäden beteiligt sind, wobei Barclays und HSBC die größten Unterstützer sind, da sie den Umweltverschmutzern jeweils 3,1 Milliarden finanzielle Unterstützung gewähren.

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Düstere Prognose

"Eine Umweltkatastrophe steht bevor: Ein Großteil der daraus resultierenden Einweg-Kunststoffabfälle wird in Entwicklungsländern mit schlechten Abfallentsorgungssystemen als Umweltverschmutzung enden", so die Schlussfolgerung der Untersuchung.

Angesichts dieser drohenden Katastrophe werden viele hoffen, dass die Ratschläge des Berichts beherzigt werden. Vor allem, da die Prognosen für die Auswirkungen von Plastik immer ernster werden, was laut der Studie auf ein "Versagen der Industrie bei der Abkehr von Rohstoffen auf Basis fossiler Brennstoffe" zurückzuführen ist.

Der Bericht kommt inmitten von Befürchtungen, dass die Verwendung von Einwegplastik in den nächsten fünf Jahren um mehr als 30 Prozent ansteigen könnte. Dies könnte auch dazu führen, dass bis 2050 fünf bis zehn Prozent der Treibhausgasemissionen durch das Material verursacht werden.